BRASILIEN: Für LGBTI+ steht am Wahlsonntag viel auf dem Spiel

BRASILIEN: Für LGBTI+ steht am Wahlsonntag viel auf dem Spiel
Wenn die Brasilianer:innen an die Wahlurne gerufen werden, dann steht gerade für die LGBTI+ Community enorm viel auf dem Spiel: Während sich der amtierende Präsident Luiz Inácio Lula da Silva für Minderheiten und queere Menschen einsetzt, so steht sein Rechtsaussen-Herausforderer Flávio Bolsonaro für die Politik seines Vaters und ehemaligen Staatspräsidenten Jair Bolsonaro, welche von Queerfeindlichkeit geprägt war.

Es wird ein Kopf an Kopf-Rennen am 25. Oktober werden und beide Kandidierende liegen derzeit laut Prognosen gleichauf: Dies zeigt auch die tiefe Spaltung im Land, denn unterschiedlicher könnten die beiden Programme und die politische Ausrichtung kaum sein. Während der amtierende Präsident Luiz Inácio Lula da Silva für ein linkes Regierungsbündnis antritt, so steht Flávio Bolsonaro für die populistische, rechte Politik, welche man schon von seinem Vater kennt. Jair Bolsonaro war bekannt für seine LGBTI+ Feindlichkeit und die mitunter hasserfüllte Rhetorik gegen queere Menschen.

Der Ausgang der Präsidentschaftswahlen ist entscheidend, insbesondere für Lula und sein Bündnis. Bei den Parlamentswahlen am 4. Oktober musste die gemässigte Mitte empfindliche Verluste einstecken, während das rechtskonservative Lager zulegen konnte und nun eine Mehrheit im Kongress inne hat. Dem Präsidenten selber ist es nicht möglich, politische Vorhaben ohne den Kongress umzusetzen, aus diesem Grund würde es für Lula auch bei einem erneuten Wahlsieg schwierig werden zu reagieren.

Für queere Menschen steht viel auf dem Spiel bei diesen Wahlen: Dringend nötig wären Massnahmen gegen Diskriminierung, Gewalt und Hassverbrechen, denn Brasilien gehört für LGBTI+ zu den gefährlichsten in Bezug auf die Mordrate. Und dies trotz eines ansonsten progressiven Umfelds, denn das Land anerkennt unter anderem auch die Ehe für alle. Diese wurde aber auf juristischem Weg eingeführt und nicht politisch. Dies bedeutet, dass sie auch bei einem Sieg von Bolsonaro nicht einfach so aufgehoben werden kann.