EUROPA: Wo liegt die Schweiz im europ. Vergleich bei den Rechten für LGBTI+?

EUROPA: Wo liegt die Schweiz im europ. Vergleich bei den Rechten für LGBTI+?
Wie in jedem Jahr, so hat ILGA auch 2022 wieder die Rainbow Map veröffentlicht, welche die Staaten in Europa in Bezug auf die Rechte und die aktuelle Situation für LGBTI+ miteinander vergleicht: Wie sich die Schweiz in diesem internationalen Ranking hält, erfährst Du hier.

Untersucht wurden auch diesmal wieder 49 verschiedene Staaten, und dabei wurden Dutzende von Kriterien in den Bereichen Gleichstellung & Nicht-Diskriminierung, Familie, Hassverbrechen und Hassrede, rechtliche Anerkennung der Geschlechter, körperliche Unversehrtheit bei Intersexualität, Platz in der Zivilgesellschaft, sowie in Bezug auf das Asylwesen berücksichtigt.

Die Schweiz landete in diesem Jahr auf Rang 21, was einem Wert von 42 Prozent über alle Kategorien hinweg gesehen entspricht. Damit befindet sich die Schweiz knapp über dem europäischen Durchschnitt mit 38 Prozent. Das Land hat sich somit um einen Platz gegenüber dem Vorjahr und um zwei Plätze gegenüber 2020 verbessert.

Punkten konnte die Schweiz vor allem in den Kategorien „Platz in der Zivilgesellschaft“ mit 100 Prozent, sowie bei der rechtlichen Anerkennung der Geschlechter mit 80 Prozent. Jeweils nur rund ein Drittel des maximalen Werts erhielt das Land hingegen bei Gleichstellung & Nicht-Diskriminierung, bei Familie und beim Asylbereich.

Am meisten Aufholbedarf gibt es für die Schweiz bei der körperlichen Unversehrtheit bei Intersexualität, da hat das Land 0 Prozent, sowie bei Hassverbrechen und Hassreden, wo trotz der Erweiterung der Anti-Rassismusstrafnorm nur ein Wert von 13 Prozent erzielt werden konnte. Dies dürfte unter anderem daran liegen, dass der Schutz vor Hass aufgrund der Geschlechtsidentität im Gesetz nicht erwähnt wird.

Ein Grund für das nach wie vor mittelmässige Abschneiden der Schweiz dürfte zudem sein, dass die Ehe für alle im Rainbow Ranking 2022 der ILGA noch nicht mit berücksichtigt wurde, da das Gesetz erst am 1. Juli in Kraft treten wird. Ebenfalls ins Gewicht fallen dürfte, dass das Land in Bezug auf das Blutspendeverbot für MSM noch nicht mit anderen Ländern mitgezogen ist.

An der Spitze des diesjährigen Rankings befindet sich nach wie vor Malta. Das Land erreichte einen Wert von 92 Prozent. Dänemark befindet sich auf Platz 2, jedoch bereits mit deutlichem Abstand, und zwar mit 74 Prozent. Auf Platz 3 ist Belgien mit 72 Prozent. Auf Platz 4 ist Norwegen und auf Platz 5 ist Luxemburg, beide mit 68 Prozent.

Von den direkten Nachbarländern zur Schweiz schnitt Frankreich mit Platz 7 und 64 Prozent am besten ab, gefolgt von Deutschland mit Platz 15 und 53 Prozent, Österreich mit Platz 18 und 48 Prozent und Italien mit 25 Prozent. Unter den Schlusslichtern in Europa befindet sich Liechtenstein. Mit gerade einmal 20 Prozent kommt das Fürstentum auf Platz 38 von 49 Ländern.

Mit ihrem Wert liegt die Schweiz einen Platz vor Bosnien-Herzegowina und zwei vor Serbien, sowie einen Platz hinter Slowenien, respektive zwei Plätze hinter Kroatien. Von den Balkanstaaten erreichte Montenegro mit Platz 8 und 63 Prozent den mit Abstand besten Platz der Region.

Die absoluten Schlusslichter in Europa bilden Aserbaidschan auf Platz 49 und keiner Prozentangabe, gefolgt von der Türkei auf der 48 mit 4 Prozent und Armenien auf der 47 mit 8 Prozent.

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Rainbow Map
Rainbow Map: Bericht