MEDIZIN: Generika zur HIV-Prävention mit Langzeitwirkung erhält Zulassung für 120 Länder
Es ist ein wichtiger Schritt um den Zugang zur HIV-Prävention weiter zu fördern: Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat nun einem Generika von Lenacapavir eine vorläufige Zulassung erteilt. Damit sollen 120 Länder weltweit einen kostengünstigen Zugang zu diesem Präparat mit Langzeitwirkung für die HIV-Prävention erhalten, sofern die nationalen Behörden ebenfalls eine Zulassung erteilen.
Während das Original-Medikament von Gilead Science entwickelt wurde und 2022 erstmals für die Prävention von HIV eingesetzt wurde, so ist die Firma Dr. Reddy’s Laboratories für das Generika verantwortlich. Gilead hat dazu auf freiwilliger Basis einen Lizenzvertrag für 120 Länder ausgestellt. Dafür hat das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Unitaid, Wits RHI und CHAI beschlossen und auch eine Vereinbarung betreffend Markenrecht und dem Preis unterzeichnet.
Gerade bezüglich dem Preis ist diese Zulassung von enormer Tragweite: Während sich die Kosten für Lenacapavir in den USA auf sehr hohe über 28‘000 Dollar pro Jahr belaufen, so ist der Preis für das Generikum mit rund 40 Dollar noch ein Bruchteil davon. Die Zulassung dafür gilt aber nur für 120 Länder mit niedrigen bis mittleren Einkommen. Durch das Generikum soll das Medikament nicht nur kostengünstiger sein, sondern auch schneller zum Einsatz kommen.
Wie es von CHAI, einer der involvierten Organisationen, heisst, sei es den am stärksten für HIV gefährdeten Personen nur schwer zu vermitteln, dass sie für etwas konsequent täglich eine Pille nehmen sollen, dass sie nicht haben. Mit einer Injektion alle sechs Monate und einer damit verbundenen Wirkung von beinahe 100 Prozent ändere sich dies aber grundlegend.
Gesundheitsexperten loben die Vorgehensweise mit Lenacapavir: Während es normalerweise aufgrund von Patenten rund ein Jahrzehnt dauert, bis ein Generika eines Originalmedikaments auf den Markt kommt, so dauerte es diesmal nur gerade 16 Monate. Dies sollte der neue Standard für die globale Gesundheitsversorgung sein, indem man von Anfang an den Zugang priorisiere.
Bereits aktuell werden in Afrika rund 125‘000 Menschen mit Lenacapavir behandelt. Durch das Generika soll diese Zahl nun massiv auf einige Millionen gesteigert werden. Aufgrund der hohen Kosten ist das Medikament in Ländern mit hohen Einkommen derzeit nur für ausgewählte Personen zugänglich, welche gegen andere HIV-Medikamente resistent sind.
Hast du Fragen zum Thema HIV, PrEP oder anderen sexuell übertragbaren Infektionen, brauchst Du Informationen oder möchtest Du dich testen lassen?
Auf der Webseite von www.drgay.ch findest Du die wichtigsten Informationen, sowie Adressen zu Testmöglichkeiten.
Weiter gibt es in Zürich beim Drogeninformationszentrum DIZ auch die Möglichkeit für Drug Checking und Beratung. Weitere Informationsangebote für die Community in Bezug auf Drogen findest Du zudem unter anderem in Bern, Basel, Genf, Luzern und Lausanne.