RUSSLAND: Gruppe, welche beim Coming Out hilft, wurde als extremistisch eingestuft
Eigentlich hat die ursprünglich in St. Petersburg beheimatete LGBTI+ Organisation Coming Out persönliche Beratungsgespräche, Informationsveranstaltungen und Selbsthilfegruppen angeboten, doch dem ist schon länger nicht mehr so. Als sich die Situation für queere Menschen zusehends verschlechtert und sich somit auch der Druck auf die Organisation immer weiter erhöht hat, zogen die Verantwortlichen die Notbremse und gingen ins Ausland. Statt persönliche Beratungen und Veranstaltungen bieten sie nun ihre Dienste nur noch online an und arbeiten dazu auch mit anderen, internationalen Organisationen zusammen.
Dass dieser Schritt, ins Ausland zu ziehen, zwingend notwendig war, zeigte sich nun. Ein Gericht in St. Petersburg entschied nämlich nach einer nicht öffentlichen Anhörung, dass Coming Out als extremistische Organisation eingestuft und damit verboten wird. Es ist aber weder bekannt, von wem die Klage eingereicht wurde, welche die Untersuchung ins Rollen brachte, noch wurden Gründe für die Entscheidung genannt. Die Klage wurde sogar von den Behörden als geheim eingestuft.
Coming Soon zeigte sich wenig überrascht über das Urteil. In einer Stellungnahme erklärte die Organisation, dass man sich lange auf diese Entwicklung vorbereitet habe. So habe man die Sicherheitsvorkehrungen verbessert und die Arbeitsabläufe angepasst um weiterhin verantwortungsbewusst handeln zu können, vor allem für all jene, welche auf ihre Hilfe angewiesen seien. Man wolle der Angst nicht nachgeben. Die Community sei stärker als jede Kategorisierung, und dies habe die Vergangenheit bereits bewiesen.
Dieses Urteil macht es für Coming Out nun noch schwieriger zu arbeiten, denn es wird beispielsweise gefährlich, die Organisation finanziell zu unterstützen. Auch deren Informationen zu verbreiten wird nun noch stärker geahndet.