SCHWEIZ: "Romeo"-Gewalttäter in Bülach zu Haftstrafen verurteilt
Die Taten fanden im Spätsommer 2023 statt. Via der queeren Online-Dating-Plattform romeo.com kontaktierten sie ihre späteren Opfer und vereinbarten ein Treffen für Sex gegen Geld. Dabei lockten sie die Männer jeweils in abgelegene Waldstücke um sie dort unter Anwendung massiver Gewalt auszurauben.
Wie es in der Anklageschrift heisst, nutzten sie dabei auch eine Softair-Pistole, um ihre Opfer zusätzlich einzuschüchtern, doch auch vor körperlicher Gewalt schreckten sie nicht zurück. Eines der Opfer erlitt dabei Rippenfrakturen, diverse Quetschungen und eine Gehirnerschütterung, auf einen anderen Mann traten sie ein, als er bereits am Boden lag, und dabei drückten sie ihm die Pistole an die Schläfe. Ein drittes Opfer zwangen sie auf den Boden zu liegen um es so auszurauben.
Die beiden Angeklagten konnten schliesslich verhaftet werden, als sie eine weitere Tat planten, und da sie zu diesem Zeitpunkt bereits unter Beobachtung durch die Polizei standen. Sie wollten dabei ein früheres Opfer nochmals ausrauben und diesmal an den Code eines Tresors kommen. Doch soweit ist es schlussendlich nicht mehr gekommen, da die Polizei bereits vorher eingreifen konnte.
Die beiden mutmasslichen Täter sind ein 30-jähriger Schweizer, der die Opfer jeweils kontaktierte, und ein 23-jähriger Brasilianer, der offenbar für die darauffolgenden Gewalttaten ebenfalls mitverantwortlich war. Während den Ermittlungen war es nicht einfach, insbesondere die Gewalttaten zuzuordnen, da die Täter jeweils ihr Gesicht mit einer Sturmhaube verdeckten. Bei den ersten Raubüberfälle soll der 23-jährige Mann die Opfer angegriffen haben, als es zur Verhaftung kam, trug aber der 30-Jährige eine Sturmhaube.
Im Februar forderte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von bis zu 11.5 Jahren. Die Richter beim Bezirksgericht in Bülach blieben nun jedoch deutlich darunter. Sie hielten aber Beide ebenfalls des mehrfachen bandenmässigen Raubes sowie für weitere Vergehen für schuldig. So verurteilten sie den 30-jährigen Mann zu 6 Jahren Gefängnis und den 23-Jährigen zu 6.5 Jahren. Bei ihm kommt zudem noch ein Landesverweis von acht Jahren dazu, da er brasilianischer Staatsangehöriger ist.
Die mutmasslichen Täter sind noch nicht rechtskräftig verurteilt und sie können das Urteil ans Obergericht weiterziehen. Es gilt daher nach wie vor die Unschuldsvermutung.
Safer Dating - Tipps rund um sicheres Online-Dating:
Keine persönlichen Informationen und Wohnadressen austauschen, bevor man einer Person nicht wirklich vertrauen kann.
Erst an einem öffentlichen Ort, wo es auch viele, andere Menschen hat, treffen.
Auch noch einen Freund informieren, wann und wo man zu einem Date geht, damit noch jemand Bescheid weiss, falls es zu einem Zwischenfall kommt.
Nicht zu viel Alkohol trinken und auf sein Glas aufpassen, etwa wegen Drogen und K.o.-Tropfen.
Das Mobiltelefon sollte immer geladen sein, damit man zur Not auch Hilfe anfordern kann.
Und ganz wichtig: Auf das Bauchgefühl hören. Niemand zwingt einem an einem Ort zu bleiben: Wenn man sich unwohl fühlt, dann soll man lieber gehen als bleiben.
Brauchst Du Hilfe und möchtest Du mit jemandem sprechen? Hier findest Du Hilfe:
Die Schweizer LGBT+ Helpline steht Dir unter der Nummer 0800 133 133 kostenlos zur Verfügung. Mehr Infos: lgbt-helpline.ch
Weitere Information erhältst Du auch unter:
Du-bist-du.ch: Beratung und Information
Milchjugend: Übersicht über queere Jugendgruppen
Transgender Network Switzerland: Dachorganisation für trans Menschen
LOS: Lesbenorganisation Schweiz
Pink Cross: Dachorganisation schwuler und bisexueller Männer