SPORT: LGBTI+ Fussball-Fanorganisation von England boykottiert WM in den USA
Sowohl in Russland 2018 wie auch in Katar 2022 konnten sich queere Fans kaum willkommen fühlen. Die Erleichterung war dann vor rund acht Jahren aber gross als bekanntgegeben wurde, dass die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, Mexiko und in den USA stattfinden wird. Doch nun hat sich das Blatt wieder komplett gewendet und Ernüchterung macht sich breit, zumindest in Bezug auf die USA.
Aus diesem Grund hat Three Lions Pride, die offizielle queere Fanorganisation der englischen Fussball-Nationalmannschaft, bekanntgegeben, dass man die WM in diesem Sommer in den USA boykottieren und nicht offiziell sichtbar sein werde. Als Grund nennt die Organisation die Kehrtwende der USA in Bezug auf die Menschenrechte. Insbesondere durch die andauernden Angriffe auf die Rechte queerer Menschen durch die Regierung habe sich die Situation für die LGBTI+ Community stark verschlechtert.
Wie Three Lions Pride schreibt, sei das Turnier in Kanada, Mexiko und den USA lange auf dem Terminkalender vieler queerer Fussballfans gestanden. Es habe seit langem wieder mal die Chance gegeben, ein Turnier zu geniessen, bei dem der Fussball im Mittelpunkt steht und man sich nicht um die persönliche Sicherheit fürchten müsse. Diese Hoffnung sei nun aber endgültig zerstört.
Auch gegenüber der FIFA findet Three Lions Pride deutliche Worte. Gianni Infantino solle sich jeden Tag schämen. Dieses Turnier habe soviel Potential gehabt, doch nun, sechs Monate vor dem Start, zeige es sich, dass es nur dazu da ist, die korrupten Taschen der FIFA zu füllen, während man am Fernsehen leere Plätze sehen werde, da viele Fussballfans ausgeschlossen wurden. Zudem bestehe die reale Gefahr von zahlreichen Menschenrechtsverletzungen von Menschen aufgrund von Beeinträchtigungen, der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität.
Es herrsche grosse Besorgnis bei allen queeren Fussballfans, welche eigentlich die Spiele in den USA besuchen wollten, schreibt die Organisation weiter, dies einerseits wegen der feindlichen Rhetorik, aber auch wegen den Rückschritten in Bezug auf die Menschenrechte. Insbesondere die trans Community befürchtet, sich einem hohen Risiko für Gewalt und Diskriminierung auszusetzen. Auch weitere Mitglieder der LGBTI+ Community befürchten Anfeindungen, etwa wenn es um die Benützung von Toiletten geht.
Auch die Einreiseverbote für bestimmte Nationen sei ein weiterer Faktor gewesen, welche die Entscheidung beeinflusst habe, erklärt Three Lions Pride weiter, sowie auch die Drohung, dass man seine Social Media-Aktivitäten der letzten fünf Jahre offenlegen müsse, und das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE. Unter diesen Umständen könne man die Sicherheit der Mitglieder nicht garantieren, heisst es von von der queeren Fanorganisation weiter.
Die FIFA-Weltmeisterschaften 2026 finden vom 11. Juni bis zum 19. Juli statt. Dabei gibt es insgesamt 16 Städte als Austragungsorte in Kanada, Mexiko und den USA. Dabei sind elf in den USA, drei in Mexiko und zwei in Kanada. Weiter treten diesmal erstmals 48 Länder gegeneinander an und sie spielen insgesamt 104 Spiele. Mit 78 findet die grosse Mehrheit der Spiele in den USA statt, und nur je 13 in Kanada und Mexiko.