SPORT: Welche Mannschaften wurden bei der Fussball-WM am meisten LGBTI+ feindlich beleidigt?
Der Weltfussballverband hat mit dem FIFA Social Media Protection Service (SMPS) untersucht, wie viele Kommentare und Beiträge im Zusammenhang mit den vergangenen Fussball-Weltmeisterschaften in Mexiko, Kanada und den USA veröffentlicht wurden. Der SMPS funktioniert mittels der KI-Software Threat Matrix und damit kann die FIFA untersuchen, wie viele diskriminiernde Inhalte unter diesen Kommentaren und Beiträgen waren.
Wie die FIFA erklärt, wolle man so Spieler und Teams besser vor Belästigungen schützen können. Das System werde zudem stets weiterentwickelt, damit der Dienst auch Beweismaterial für die Strafermittlungsbehörden sammeln kann. Dabei zeigte sich mit einer Verelffachung eine rasante Zunahme seit der letzten Fussball-WM in Katar im Jahr 2022.
Im Zusammenhang mit der FIFA-WM in diesm Sommer in Mexiko, Kanada und den USA wurden insgesamt 17.1 Millionen Online-Beiträge und Kommentare analysiert. Insgesamt wurden aber rund 60.7 Millionen Kommentare und Beiträge auf den verschiedenen Social Media-Plattformen veröffentlicht, was einer Reichweite von geschätzten 920 Millionen Menschen entspricht. Von den 60.7 Millionen Inhalten wurden dabei 9.2 Millionen wegen kritischen Inhalten durch Moderator:innen verborgen, damit sie keine weitere Beachtung erhalten konnten.
Von den 17.1 Millionen untersuchten Beiträgen wurden 477'000 von der KI als kritisch beurteilt und darauf durch Menschen gezielt überprüft. Analysten haben diese Inhalte dann erneut kontrolliert und so wurden insgesamt 240'000 als beleidigend eingestuft. 165'000 davon wurden zudem den untersuchten Plattformen Instagram, Facebook, Twitter und TikTok gemeldet. Rund 2'905 Meldungen könnten eine Straftatsbestand erfüllen und werden möglicherweise weiterverfolgt. 786 wurden bereits an die Strafermittlungsbehörden weitergeleitet und bei 87 wurden die Ermittlungen zusätzlich vertieft und ausgeweitet.
Generelle Beleidigungen machten dabei mit 43 Prozent den grössten Anteil aus, gefolgt von Rassismus mit 12 Prozent, dem Vorwurf der Korruption mit 9 Prozent, dem Aufruf zu Gewalt mit 8 Prozent, Xenophobie mit 7 Prozent und LGBTI+ Feindlichkeiten mit 4 Prozent. Am meisten Hass erlebte Frankreich mit grossem Abstand vor Grossbritannien und Portugal. Am stärksten LGBTI+ feindlichen Kommentaren ausgesetzt waren dabei Frankreich vor Spanien und Portugal.
Ein Spieler war mit über 10'000 Anfeindungen am stärksten von allen betroffen. Sein Name wurde im Bericht nicht genannt. Rund 40 Prozent der Angriffe gegen ihn basierten auf Rassismus und auch in Bezug auf LGBTI+ Feindlichkeiten war er am stärksten von allen Personen betroffen.
Den vollständigen FIFA Social Media Protection Service (SMPS)-Bericht findest Du hier.