UK: Mit gefälschten Beschwerden das Londoner Heaven in arge Bedrängnis gebracht

UK: Mit gefälschten Beschwerden das Londoner Heaven in arge Bedrängnis gebracht
Als die Betreiberlizenz des Heaven Clubs in London neu beurteilt werden musste, hat ein Nachbar gefälschte Briefe im Namen von weiteren, angeblichen Nachbarn geschrieben, um so die Schliessung des legendären Gay Clubs zu erreichen. Eine Untersuchung hat dies nun aufgedeckt und der Mann wurde verurteilt.

Ein Mann, der in der Nachbarschaft des Heavens in London wohnt, fühlte sich durch die Partygäste in seiner Nachtruhe gestört, und deshalb hat er nun gar zu illegalen Mitteln gegriffen um die Schliessung des Clubs im Zentrum der britischen Hauptstadt zu erreichen. Dem Anwalt des Heavens ist es aber gelungen, die gefälschten Beschwerden zu entlarven und somit konnte der mutmassliche Täter ausfindig gemacht werden.

Das Heaven musste im November 2024 vorübergehend schliessen, da Vorwürfe gegen einen Türsteher im Raum standen, der eine 19-jährige Frau vergewaltigt haben soll. Mit verbesserten Sicherheitsauflagen durfte der Club rund ein Monat später wieder öffnen, und der Security wurde im darauffolgenden Verfahren freigesprochen. In diesem Zeitraum, als der Club geschlossen war, wurden auch die besagten Beschwerde-eMails an die Stadtverwaltung verschickt, da die Betreiberlizenz für den Club durch die Vorwürfe neu beurteilt wurde.

Da es für das Heaven um enorm viel ging und diese Beschwerden schliesslich auch existenzbedrohend hätten werden können, wenn die Lizenz nicht mehr ausgestellt worden wäre, entschied ein Anwalt, den Club unentgeltlich zu unterstützen. Anhand eines Programms konnte er feststellen, dass die eMails mit grosser Wahrscheinlichkeit wohl mittels Künstlicher Intelligenz geschrieben wurden. Weiter konnte der Anwalt herausfinden, dass die angegebenen Urheber entweder nicht existieren, oder zumindest nicht an den genannten Adressen in unmittelbarer Nachbarschaft des Clubs wohnen.

Den Ermittlungsbehörden gelang es schliesslich anhand der IP-Adresse an den eigentlichen Urheber der Nachrichten zu kommen. Es handelt sich dabei um einen CEO einer Immobilienfirma, der zusammen mit seinem Mann und den zwei Kindern in der Nähe des Clubs wohnt. Während dem Monat, als der Club wegen den Anschuldigungen gegen den Türsteher geschlossen war, hätten sie sich an die Ruhe gewöhnt und er habe erreichen wollen, dass dies weiterhin so bleibt.

Der Beschuldigte gestand seine Tat während der Gerichtsverhandlung ein und erklärte, dass er es bereue, die Briefe verfasst zu haben. Er habe aus Frustration wegen den Belästigungen, welche er durch den Club erfahre, gehandelt. Er fordere das Heaven auf, mehr Massnahmen zu ergreifen und besser mit der Nachbarschaft zusammenzuarbeiten. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe von 12 Monaten, sowie zu einer Opferentschädigung und zur Zahlung der Gerichtskosten.

Der Anwalt des Heaven erklärte, dass der Inhaber sehr unter den Anschuldigungen gelitten und die Einsprüche gegen die Lizenz seines Clubs als traumatisch empfunden habe. Weiter hoffe er, dass die Behörden künftig genauer hinschauen, denn die Künstliche Intelligenz habe ein grosses Missbrauchspotential. So soll die Polizei derzeit noch in mindestens zwei ähnlichen Fällen ermitteln, bei denen ebenfalls Beschwerden mittels KI eingereicht wurden.