USA: Bibliothekarin erhält nach Entlassung 275‘000 Dollar
Es sei nicht illegal schwul oder trans zu sein, erklärte Patty Hector in einer Anhörung. Es sei falsch Bücher als ungeeignet für Kinder aus den Regalen zu entfernen, nur weil sie LGBTI+ Inhalte haben. Darauf wurde die Leiterin des Bibliothekenverbunds des Bezirks Saline County kurzerhand entlassen.
Dies war einer der Höhepunkte eines wahren Feldzugs von konservativen und LGBTI+ feindlichen Organisationen im US-Bundesstaat Arkansas, um queere Themen und Sichtbarkeit aus Schulen und Bibliotheken zu verbannen. Dazu wurde eine Verordnung erlassen, wodurch Bücher mit sexuellen Inhalten und Darstellungen aus den Sektionen der Kinder- und Jugendbüchern der Bibliotheken entfernt werden müssen. Dies verweigerte Hector, da sie queere Inhalte nicht kategorisch dazu zählen wollte.
Die Quittung kam nun postwendend und es wurde teuer für die Steuerzahlenden: Patty Hector kämpfte nämlich um Gerechtigkeit und mit der Unterstützung von ACLU konnte sie nun einen Vergleich erzielen. Die veranwortlichen Behörden des Bezirks Saline County willigten schliesslich ein, der ehemaligen Leiterin insgesamt 275‘000 US-Dollar zu bezahlen um den Fall aussergerichtlich zu lösen.
Für Hector ist dies eine späte Genugtuung, zumindest teilweise. So erklärte sie, dass ihr Engagement ihr den Job und ihre geliebte Karriere gekostet habe, aber für sie sei Schweigen in diesem Fall einfach keine Lösung gewesen. Die Bibliotheken gehören allen und sollen auch ihren Dienst an der Gemeinschaft leisten, und zwar nach professionellen Standards und ohne politische Repressionen befürchten zu müssen, so Hector weiter. Sie hoffe nun, dass ihr Beispiel ein wichtiges Signal an die Bibliothekar:innen und andere Beschäftigte in öffentlichen Dienst im Bundesstaat Arkansas sende, dass ihre Stimmen gehört werden und ihre per Verfassung garantierten Rechte zählen.
Wie in Saline County in Arkansas so gibt es noch unzählige weitere Bezirke und Bundesstaaten in den USA, welche Gesetze und Verordnungen erliessen um queere Inhalte aus Schulen und Bibliotheken zu verbannen. Es gibt aber auch viel Widerstand dagegen und immer wieder müssen Gerichte darüber befinden ob diese Einschränkung der freien Meinungsäusserung gerechtfertigt ist.