USA: Hat Kim Davis ein Erbe verschwiegen um Gay Paar nicht auszahlen zu müssen?
Als das Oberste Gericht der USA im Jahr 2015 die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in den gesamten USA öffnete, weigerte sich Standesbeamtin Kim Davis in Kentucky aus religiösen Gründen, Heiratsurkunden für queere Paare auszustellen. Darauf wurde sie von mehreren Instanzen zur Zahlung einer Entschädigung, sowie der Anwaltskosten des betroffenen Paares David Ermold und David Moore verurteilt.
Nun ist die Geschichte um Kim Davis um ein weiteres Kapitel reicher: Das schwule Paar hat im Juni nämlich eine neue Klage gegen Kim Davis eingereicht. Die Standesbeamtin soll nämlich im vergangenen Jahr von ihrer Mutter ein Haus geerbt haben, ihren Erbanteil, der rund die Hälfte ausmacht, dann aber ihrem Ehemann, ihrem Sohn, ihrem Bruder und ihrer Schwägerin geschenkt haben.
In ihrer Klage wirft das Paar Davis vor, dass sie bezüglich dieser Erbschaft vor Gericht gelogen habe, und dies, obwohl sie sogar unter Eid gestanden sei. Sie soll dadurch einen Betrug begangenen haben, damit sie die Entschädigung in der Höhe von rund 565‘000 US-Dollar nicht bezahlen muss. Dies entspricht rund 463‘000 Schweizer Franken und diese Summe wurde 2023 vom zuständigen Bezirksgericht festgelegt.
Für den Anwalt von Ermold und Moore, Michael Gartland, ist der Fall klar: Durch den Tod ihrer Mutter gehört das Haus nun ihr und ihrem Bruder - und für Kim Davis sei dies nun natürlich ein Problem. Wie Gartland weiter erklärt, hätten seine Mandanten bislang keinen einzigen Cent von Davis erhalten, weder von der Schadensersatzzahlungen, noch für die Anwaltskosten oder für sonstige Auslagen.
Statt zu bezahlen schickte Davis dem Anwalt und dem Paar aber eine offizielle Erklärung. Darin bestätigte sie offenbar unter Eid, dass sie weder Hausbesitzerin, noch an Vermögenswerten oder an Trusts beteiligt sei. Garland hat aber offenbar Unterlagen, mit welchen sie belegen können, dass Davis zusammen mit ihrem Bruder die Hälfte des 735‘230 US-Dollar umfassenden Vermögens ihrer Mutter geerbt habe. Noch am selben Tag soll sie dann aber ihren Anteil des Hauses an ihren Bruder und dessen Frau übertragen haben.
Ermold und Moore fordern nun, dass diese Schenkung rückgängig gemacht wird, damit das Gericht eine Zwangshypothek für Davis einrichten und damit die Entschädigung für das Paar bezahlt werden kann.