USA: Immer mehr Gay Bars in San Francisco nutzen Gesichtsscanner
Bislang hat es völlig gereicht, wenn man in San Francisco vor dem Betreten einer Gay Bar eine ID mit Bild gezeigt hat. Doch so mancher Gast erlebte nun eine Überraschung, denn verschiedenste Bars haben laut der San Francisco Gazetteer mächtig aufgerüstet. So sollen etwa Mix, sowie auch im Badlands und im Toad Hall neuerdings auch Gesichtsscanner zum Einsatz kommen. Dabei soll es sich um das Modell Guard+ von PatronScan handeln.
Nach einem Scan werden von den Geräten die Namen, die Adressen und das Geschlecht der Personen erfasst. Zusätzlich ist es den Betreiber:innen der Bars auch möglich, weitere Details zu einem Gast hinzuzufügen, wie etwa das Verhalten in der Bar. Alle Daten werden innerhalb von einem Monat wieder gelöscht, ausser wenn sich ein Gast auffällig und unangemessen verhalten hat, dann bleibt der Eintrag in der Datenbank gespeichert.
Doch dem ist noch nicht genug: Die Geräte sind untereinander vernetzt und somit können diese Einträge mit Bars in der Umgebung, in diesem Fall im queeren Viertel Castro in San Francisco, ausgetauscht und abgeglichen werden.
Eingeführt wurde das System offenbar nach einem gewalttätigen Zwischenfall mit einem Gast in der Bar Mix. Die Betreiber:innen der Bars wollen daher mit dieser Massnahme einerseits gegen gefälschte IDs vorgehen, aber auch gegen unerwünschte Personen, welche bereits in anderen Bars wegen problematischem Verhalten auffällig wurden und deswegen Hausverbot erhalten haben.
Diese Technologie ist nicht unumstritten und bereits laufen Sammelklagen dagegen. Gerade auch in der Queer Community stellen sich viele die Frage, ob sie nun quasi gegenüber weiteren Unternehmen geoutet werden, weil ihre Daten durch eine Gay Bar eingescannt und gespeichert wurden. Auch sei es eine unverhältnismässige Überwachung, erklären andere. Dies gilt umso mehr, da die Besitzenden der Bars selber der LGBTI+ Community angehören und wissen sollten, dass gerade solche Methoden unter queeren Menschen viele Bedenken auslösen. Man erwarte zudem eine solche Art von Datenerfassung schlicht und einfach nicht, wenn man eine Bar besuche.
Der San Francisco Gazetteer hat bei den jeweiligen Bars um Stellungnahme gebeten, doch niemand habe reagiert.