USA: Die San Francisco Pride verliert massiv an Sponsorengeldern

USA: Die San Francisco Pride verliert massiv an Sponsorengeldern
Wohl aufgrund der omnipräsenten Boykottandrohungen von Rechtsaussen und der Neuorientierung betreffend Diversity-Programmen durch die Politik der Regierung Trump, musste die San Francisco Pride - eine der grössten der Welt - massive Einbussen bei den Sponsorengeldern verzeichnen.

Die San Francisco Pride gehört mit zu den ältesten und grössten Pride-Veranstaltungen der Welt, doch auch solch renommierte Anlässe bekommen offenbar den aktuellen Gegenwind aus der Politik und der Wirtschaft zu spüren. Wie Suzanne Ford, die Geschäftsführerin der Nonprofit-Organisation der SF Pride, nun erklärt, habe man in diesem Jahr massiv an Sponsorengeldern eingebüsst.

Man brauche jeweils rund 1.2 Millionen US-Dollar, rund 1.05 Millionen Schweizer Franken, um die Pride finanziell abgesichert durchführen zu können. In diesem Jahr hätten sich aber bislang bereits fünf grössere Sponsoren zurückgezogen und damit eine Lücke von 300‘000 Dollar, rund 264‘000 Franken, hinterlassen. Bei San Francisco Pride zeigt man sich enttäuscht: Jahrelange Partnerschaften seien einfach aufgelöst worden ohne vorgängig das Gespräch zu suchen.

Ihre Partnerschaft sistiert hat etwa Anheuser-Busch: Der Hersteller unter anderem von Bud Light geriet im vergangenen Jahr ins Visier von Rechtsaussen, nachdem das Unternehmen eine Partnerschaft mit trans Influencerin Dylan Mulvaney einging.

Auch Comcast hat sich von der Pride in San Francisco verabschiedet. Das Unternehmen zählt zu den grössten Fernsehsendern, Internetprovidern und Telefonanbietern. So gehören unter anderem NBCUniversal und auch Sky zum Konzern. Und auch Diageo hat das Sponsoring der SF Pride eingestellt. Diageo ist ein internationaler Alkoholhersteller, der unter anderem Guiness vertreibt, aber auch Whisky wie Johnnie Walker und J&B. Hinzu kommen Labels wie Captain Morgan, Smirnoff Ice, Pimm‘s, Baileys und viele weitere mehr.

Ihr Engagament ebenfalls beendet hat La Crema, ein Unternehmen, das zu Jackson Family Wines gehört und Weingüter von Kalifornien über Frankreich und Italien bis nach Australien besitzt. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte, dass es keine politische Entscheidung gewesen sei, sondern wirtschaftlich. Wie viele Weinhändler erlebe man derzeit Gegenwind und man müsse genau abwägen, wo man noch dabei sei könne und wo nicht. Man hoffe aber trotzdem noch immer, in der einen oder anderen Form Teil der Pride in San Francisco sein zu können.

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