USA: Richter hebt Drag-Verbot auf - mit Dolly Parton als Begründung
Der Senat Bill 12 wurde im US-Bundesstaat Texas bereits im Jahr 2023 eingeführt und ist ein weiteres Resultat des von den Republikanern angezettelten Kulturkampfs. Damit wurden "sexuell orientierte Darbietungen" im öffentlichen Raum und vor Kindern verboten. Darunter fielen ebenso sogenannte Drag Queen Story Hours, wie auch Drag Shows etwa an der Pride.
Ebenfalls seit 2023 wird dieses Gesetz auf seine Verfassungsmässigkeit durch Gerichte geprüft und nun erhielten die Republikaner einen erneuten Dämpfer. Richter David Hittner erklärte das Gesetz bereits zuvor als verfassungswidrig und setzte es mit einer einstweiligen Verfügung aus. Es verstosse gegen den ersten Verfassungszusatz, erklärte der Richter damals.
Das 5. US-Berufungsgericht sah es aber im vergangenen Jahr anders und hob diese Verfügung wieder auf, wodurch das Gesetz wieder in Kraft getreten ist. Nun ging der Fall erneut zurück und landete wieder auf dem Tisch von Richter David Hittner - und er fand auch diesmal wieder klare Worte um das Gesetz erneut als verfassungswidrig aufzuheben. Am gleichen Tag an dem Dolly Parton verstarb, nutze er dazu die Countrysängerin als Argument pro Drag Shows.
So erklärte der Richter, dass viele früher den Hüftschwung von Elvis Presley als Zurschaustellung der männlichen Sexualität kritisierten, oder Dolly Parton wegen ihrer voluminösen Frisur, sowie wegen ihren extravaganten und freizügigen Kleidern als Sexsymbol anprangerten. Es gebe noch unzählige weitere Darbietungen der aktuellen Popkultur, welche man dann aufgrund „erotischer Elemente“ nach dem Senat Bill 12 sowohl zivil- wie auch strafrechtlich verfolgen müsste.
Dem fügte er noch eine absolut simple Lösung für all jene hinzu, die Probleme mit Drag Shows haben: Geht einfach nicht hin!
Innerhalb der LGBTI+ Community wurde die Entscheidung gefeiert: Es sei ein Versuch abgewiesen worden, die Community zum Schweigen zu bringen , einzuschüchtern und weniger sichtbar zu machen. Leider dürfte dieses Kapitel mit diesem Urteil aber noch immer nicht abgeschlossen sein. Der Generalstaatsanwalt von Texas, der nicht unumstrittene Ken Paxton, hat bereits angekündigt, das Urteil an die nächst höhere Instanz weiterzuziehen.