USA: Unterstützung für LGBTI+ bleibt hoch, aber das Land ist gespalten
Insbesondere seit der zweiten Amtszeit von Donald Trump wurden queere Menschen in den USA immer stärker zur Zielscheibe der Politik. Etliche Verordnungen wurden umgesetzt und Gesetze eingeführt, welche sich direkt gegen die Rechte der LGBTI+ Community richten, und dabei vor allem gegen trans Menschen. Das Public Religion Research Institute (PRRI) hat nun eine breitangelegte Studie durchgeführt und 22‘000 Amerikaner:innen über ihre Einstellung gegenüber queeren Menschen befragt.
Erfreulicherweise ist die Zustimmung für die Rechte von LGBTI+ nach wie vor hoch. So sprechen sich 72 Prozent aller Befragenten für einem Diskriminierungsschutz aus. Mit 56 Prozent besteht sogar bei den Republikanern eine deutliche Mehrheit, bei den Independents liegt die Zustimmung bei 76 und bei den Demokraten gar bei 90 Prozent. Auch bei den meisten der grossen Religionen gibt es dafür eine Mehrheit.
Während die Zahl bei den 18- bis 29-Jährigen von 80 im Jahr 2015 auf 70 Prozent sank, so nahm sie bei den Senior:innen, also den 65+, im gleichen Zeitraum von 61 auf 74 Prozent zu. Dass die Zustimmung bei den Jüngeren abnahm liegt an der Erstarkung der jungen Rechten und der Republikaner.
Auch bei der Ehe für alle ist die Zustimmung bei allen Altersgruppen über die letzten zehn Jahre angestiegen, ausser bei den Jüngsten, den 18- bis 29-Jährigen. Über alle Amerikaner:innen hinweg stieg die Zustimmung von 53 im Jahr 2015 auf aktuell 65 Prozent. Dabei zeigen sich die Republikaner mit 49 Prozent gespalten, während die Independents mit 69 und die Demokraten die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare mit 83 Prozent unterstützen.
Geht es um trans Menschen, welche aktuell den grössten politischen Angriffen ausgesetzt sind, dann zeigt sich ein durchzogenes Bild. Zwar sind 71 Prozent der Befragten der Meinung, dass trans Menschen die gleichen Rechte und den gleichen Schutz erhalten sollten, wie alle anderen Amerikaner:innen. Mit 57 Prozent sind sogar eine deutliche Mehrheit der Republikaner dieser Meinung. Geht es aber um vertiefte Fragen und einzelne Anliegen, dann nimmt die Zustimmung rasch ab.
So sind etwa 56 Prozent der Meinung, dass trans Menschen nur jene WCs und Umkleiden benutzen dürfen, die dem ihnen bei der Geburt zugeteilten Geschlecht entsprechen. Bei den Republikanern liegt die Zustimmung dafür gar bei 81 Prozent. Bei den Demokraten sind nur 32 Prozent dieser Meinung, somit findet eine deutliche Mehrheit, dass trans Menschen jene WCs nutzen dürfen, die ihrem gelebten Geschlecht entsprechen.
Daneben wurden auch Zahlen rund um die LGBTI+ Community erhoben. Obwohl die 18- bis 29-Jährigen wieder konservativere Werte und Ansichten haben, so identifiziert sich trotzdem eine von fünf Personen in dieser Altersklasse als der LGBTI+ Community zugehörig. Diese Zahl nimmt mit zunehmendem Alter ab. So ist es noch rund jede zehnte Person bei den 30- bis 49-Jährigen, jede rund jede Zwanzigste bei den bei 50- bis 64-Jährige, sowie bei den über 65-Jährigen.
Bei der Wahl der Partei, da liegen die Demokraten bei den LGBTI+ klar vorne. Während sich bei der Umfrage rund 28 Prozent aller Amerikaner:innen als Demokraten bezeichneten, so waren es bei den queeren Menschen mit 40 Prozent deutlich mehr. Mit 51 Prozent bezeichneten sich mehr als die Hälfte als liberal, gegenüber 26 Prozent bei der Gesamtbevölkerung.
Auch bezüglich der Religionszugehörigkeit gibt es grosse Unterschiede. So bezeichnen sich 51 Prozent aller Queers als keiner Religion angehörig. Bei der Gesamtbevölkerung liegt dieser Anteil bei nur 28 Prozent.