STUDIE: Junge Männer vertreten wieder häufiger queerfeindliche Ansichten

STUDIE: Junge Männer vertreten wieder häufiger queerfeindliche Ansichten
Haben wir den Peak in Bezug auf LGBTI+ Support erreicht? Einer neuen breit angelegten Studie zufolge haben junge Männer, die nach dem Jahr 2000 geboren wurden, wieder bedeutend konservativere Ansichten, was unsere Gesellschaft betrifft, und dies zeigt sich auch bei der Unterstützung queerer Anliegen. So vertreten die jungen Männer heute wieder deutlich häufiger queerfeindliche Ansichten.

In den vergangenen Jahren hat die Unterstützung für queere Anliegen stetig zugenommen. Eine neue Umfrage des renommierten Pew Research Centers in den USA legt nun aber nahe, dass der Peak erreicht worden sein könnte. So kommen die Autor:innen der Studie zum Schluss, dass junge Männer die nach dem Jahr 2000 geboren wurden, heute wieder deutlich konservativere Ansichten vertreten als die Jahrgänge vor ihnen und auch als Frauen. So zeigte sich, dass sie die Ehe für alle und Homosexualität generell deutlich häufiger ablehnen als noch jene, welche zwischen 1980 und 2000 geboren sind.

Die Studie im Rahmen des Pew Religious Landscape Survey zeigt demnach, dass 71 Prozent der Männer unter 24 Jahren die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare gutheissen. Dies sind deutlich weniger als die 77 Prozent bei den Männern, die in den 1990er Jahren geboren wurden, und ebenfalls etwas weniger als die 73 Prozent der Männer mit dem Jahrgang zwischen 1980 und 1989.

Noch grösser ist der Unterschied zu den Frauen: Dort befürworten noch immer 83 Prozent der unter 24-jährigen Frauen die Ehe für alle. Dabei stellten die Autor:innen der Studie fest, dass sich die Kluft zwischen den Geschlechtern wieder vergrössert hat. So war der Unterschied bei den Ansichten zwischen Frauen und Männern die ab dem Jahr 2000 geboren wurden, am grössten, verglichen mit jenen mit den Jahrgängen ab 1980 und 1990. Dies zeigt, dass junge Männer offenbar zunehmend empfänglicher werden für die Botschaften von Rechtsaussen und von religiösen Gruppierungen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Akzeptanz von Homosexualität generell. So waren 65 Prozent der Männer unter 24 Jahren der Ansicht, dass die gleichgeschlechtliche Liebe von der Gesellschaft akzeptiert werden sollte. Bei den Jahrgängen ab 1990 sind es 72 Prozent, bei jenen ab 1980 sind es 68 Prozent. Bei den Fruaen ab dem Jahrgang 2000 und jünger waren es hingegen 82 Prozent, und somit auch hier wieder eine grosse Kluft von 17 Prozent.

Ähnlich sieht es bezüglich trans Menschen aus. Dies war bei dieser Umfrage das umstrittenste Thema. So erklärten bei den Männern unter 24 Jahren nur rund 44 Prozent, dass trans Personen von der Gesellschaft akzeptiert werden sollen. Bei den Frauen waren es mit 60 Prozent erneut deutlich mehr. Dies unterstreicht die Theorie, dass Männer stärker von Rechtsaussen beeinflusst werden, sind doch trans Themen gerade in den letzten Jahren vor allem von diesen Kreisen auf äusserst feindliche Art bewirtschaftet worden.

Die Daten wurden durch das Pew Research Center im Jahr 2024 erhoben und sind nun detailliert ausgewertet worden.