USA: Zeitung verklagt Floridas Regierung wegen zerstörtem Pride-Fussgängerstreifen

USA: Zeitung verklagt Floridas Regierung wegen zerstörtem Pride-Fussgängerstreifen
Quasi in einer Nacht- und Nebelaktion hat Floridas Regierung jenen zum Pulse Memorial in Orlando gehörenden Pride-Fussgängerstreifen zerstört, der an die 49 Opfer des Attentats auf den Club erinnerte. Da die Regierung des Bundesstaats vorgängig weder die Stadtverwaltung noch den Bürgermeister informiert hat, verklagt nun eine Zeitung die Regierung um jene Dokumente einsehen zu können, welche die Zerstörung des Mahnmals genehmigten.

Die Tat führte zu massiven Protesten und es war wohl auch kein Zufall, dass die Behörden die Entfernung des Pride-Fussgängerstreifens beim Pulse-Memorial mitten in der Nacht durchführten. Das dazugehörige, benachbarte Mahnmal ist an der Stelle des ehemaligen Pulse LGBTI+ Nightclub, bei dem 2016 bei einem Attentat 49 zumeist queere Menschen ums Leben kamen. Angeordnet wurde die Zerstörung des Fussgängerstreifens durch Floridas Gouverneur Ron DeSantis und dessen Transportministerium.

Da vor der Entfernung weder die zuständigen Stadtbehörden noch Orlandos Bürgermeister informiert wurden, verlangte die Zeitung Orlando Sentinel bereits vor vier Monaten Einsicht in jene Dokumente, welche diese Aktion genehmigt haben. Da sich das Transportministerium, welches unter anderem auch für die Strassen zuständig ist, weigerte, diese Genehmigungen der Zeitung zu zeigen, reichte diese nun eine Klage ein.

Mit diesem Schritt will die Zeitung unter anderem erfahren, weshalb diese Tat so verdeckt und unangekündigt durchgeführt wurde, und weshalb der Stadt Orlando die Möglichkeit des Einspruchs genommen wurde, obwohl dies anderen Städten zugestanden wurde. Zudem haben die Stadtbehörden diesen Pride-Fussgängerstreifen erst wenige Monate zuvor neu aufgemalt, inklusive den Regenbogenfarben, und dies sogar noch in den Sozialen Medien gross gefeiert.

Die Zeitung prangerte nun vor allem an, dass dieser Pride-Fussgängerstreifen ein Teil des Pulse Mahnmals ist und daher ein „Sakrileg auf heiligem Boden“, wie der Autor in einem entsprechenden Leitartikel schreibt. Sie sind zudem überzeugt, dass es Unterlagen über die Entfernung des Pride-Fussgängerstreifens geben muss, denn es sei kaum vorstellbar, dass der Staat diesen Schritt machte ohne auch nur eine eMail, eine SMS, ein Memo oder ein Rechtsgutachten geschrieben zu haben. Dies gelte insbesondere, da die Anweisung zur Entfernung aus Tallahassee, der Hauptstadt des Bundesstaats Floridas kam, und nicht etwa aus Orlando.

Es war just direkt nach dem Pride-Month, als der neue US-Verkehrsminister unter Trump, Sean Duffy, bekanntgab, dass alle „politischen“ Botschaften und Kunstwerke von den Strassen entfernt werden müssen. Die äusserst Trump freundliche Regierung in Florida machte sich dabei direkt an die Arbeit um jeweils über Nacht verschiedene Pride-Fussgängerstreifen zu entfernen, so eben auch jenen beim Pulse Mahnmal.

Der Bürgermeister von Orlando, Buddy Dyer, nannte diesen Schritt damals feige und erklärte empört, dass dies eine herzlose Aktion gewesen sei, ein Denkmal für das damals grösste Massaker in der Geschichte der USA zu zerstören. Dies sei ein grausamer, politischer Akt gewesen, und dies ohne Vorankündigung.

@msnow

The rainbow crosswalk in Orlando, Florida, that was part of the city’s Pulse Memorial was painted over by the state late on Wednesday night. Orlando Mayor Buddy Dyer criticized the removal of the crosswalk on social media, calling it a “cruel political act.” The memorial was created to honor the 49 people fatally shot by a gunman at the Pulse LGBTQ nightclub in 2016, one of the largest mass shootings in the country's history. Hours after, community members came together to color over the repaved crosswalk.

♬ original sound - MS NOW