VATIKAN: Der stille Support von Papst Leo für die LGBTI+ Community

VATIKAN: Der stille Support von Papst Leo für die LGBTI+ Community
Seit Papst Leo gewählt wurde, hat er sich bereits mehrfach öffentlich dafür ausgesprochen, den queerfreundlichen Kurs den Papst Franziskus gestartet hat, weiterzuführen. Doch auch im Stillen hat er die Weichen hin zu einer LGBTI+ freundlichen Kirche gestellt: So hat Papst Leo bereits eine Vielzahl an neuen Bischöfen ernannt und sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich für die Community stark gemacht haben.

Nach der Ernennung war die LGBTI+ Community zuerst skeptisch, was sie vom neuen Papst erwarten kann. In der Vergangenheit hat er sich nicht eben als Fürsprecher queerer Menschen hervorgetan. Doch schon bald schaffte Papst Leo Klarheit und er betonte bereits mehrfach öffentlich, dass er den fortschrittlichen Kurs von Papst Franziskus weiterführen werde.

Diese Haltung setzt er offenbar auch in aller Stille um, wie Christopher Hale in seinem Substack-Blog „The Letters from Leo“ nun hervorhebt. So hat der Papst im 2026 schon zahlreiche neue Bischöfe ernannt, und eine Gemeinsamkeit von ihnen ist, dass sie sich in ihrer Vergangenheit für die LGBTI+ Community eingesetzt haben.

So hat er etwa im Juli in Deutschland den Freiburger Weihbischof Christian Wurtz zum Bischof des bayerischen Bistums Eichstätt ernannt. Dieser hat beispielsweise eine Resolution für den Synodalweg unterstützt, mit welcher die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und eine Neubewertung der Rolle der Frau innerhalb der Kirche gefordert wird.

In den USA wiederum hat er Bischof Ramon Bejarano als Bischof von Monterrey im US-Bundesstaat Kalifornien eingesetzt. Er war zuvor als Weihbischof im Bistum Sam Diego tätig und hat dort die LGBTI+ Seelsorge unterstützt. Auch Thomas Hennen, den Papst Leo zum Bischof von Baker in Oregon ernannt hat, war zuvor während zehn Jahren in der LGBTI+ Seelsorge tätig.

Auch Erzbischof James Checchio, den Papst Leo für den zurückgetretenen Erzbischof Gregory Aymond in New Orleans eingesetzt hat, kann als Ally der Queer Community angesehen werden. Er war zuvor Bischof der Diözese Metuchen in New Jersey und setzte sich dort für queere Gläubige ein. So kam er 2016 an einen Anlass seiner Kirchgemeinde um den Opfern des Attentats auf den Pulse Club in Orlando zu gedenken und er nahm sich Zeit um mit allen Teilnehmenden auch noch persönlich zu sprechen.

All diese Ernennungen haben eine grosse Bedeutung auch in Bezug auf die Zukunft der Kirche. Wie Christopher Hale in „The Letters from Leo“ weiter erklärt, entscheide Rom während Versammlungen über die grossen Fragen. Wer dort anwesend ist und somit mitentscheiden kann, wenn die Fragen dort gestellt werden, wird schon viel früher bestimmt, teils Jahre im voraus. Indem der Papst Bischöfe auswählt, welche der LGBTI+ Community Beistehen, gewichtet er ihre Aussagen und Ansichten stärker. Damit hat das auch einen Einfluss auf den künftigen Kurs der Kirche.

Bild: © Edgar Beltrán, The Pillar  - Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license