VATIKAN: Papst Leo eröffnet Kirchentreffen und fordert Gespräche über Reformen

VATIKAN: Papst Leo eröffnet Kirchentreffen und fordert Gespräche über Reformen
Noch bis zum 14. Oktober treffen sich im Vatikan rund 150 Bischöfe aus allen Teilen der Welt um über die katholische Lehre zum Familienleben zu diskutieren. Papst Leo hat dabei die Teilnehmenden aufgefordert, auch kontroverse Themen wie den Umgang mit queeren Menschen und Scheidungen zu sprechen.

Der Anlass, der von Papst Leo einberufen wurde, ist als Erinnerung an ein wegweisendes Dokument gedacht, welches vor genau zehn Jahren veröffentlicht wurde. Unter dem Titel Amoris Laetitia, auf Deutsch: Die Freude der Liebe, forderte der damalige Papst Franziskus die katholische Kirche dazu auf mitfühlender und weniger streng mit jenen Katholik:innen zu sein, welche „unvollkommen“ sind. Dabei bezog sich die Kirche insbesondere auf Geschiedene und auf jene, welche danach erneut geheiratet haben.

Rund 150 Vorsitzende der Bischofskonferenzen aus allen Teilen der Welt sind der Einladung gefolgt und treffen sich während einer Woche im Vatikan um über dieses Dokument zu sprechen, aber auch über neue Wege um „moderne Familie“ besser zu unterstützen. Obwohl sie nicht auf der Tagesordnung stehen, sollen sich die Teilnehmenden gerade auch um die kontroversen Themen kümmern, forderte nun Papst Leo in seiner Rede zur Eröffnung des Treffens.

Papst Leo will damit offenbar den Weg weiter beschreiten, den Papst Franziskus bereits begonnen hat. So war kein Papst derart „offen“ gegenüber Mitgliedern der LGBTI+ Community eingestellt wie der 2025 verstorbene Papst Franziskus. Auch hat er die Türe leicht dafür geöffnet, dass wiederverheiratete Mitglieder der Katholischen Kirche trotzdem die Kommunion empfangen können. Ohne dies jedoch genau zu präzisieren und als neu geltende Lehre der Kirche festzulegen.

Aktuell können wiederverheiratete Personen nur eine Kommunion erhalten, wenn sie bezeugen, dass sie mit dem neuen Partner, mit der neuen Partnerin keinen Geschlechtsverkehr vollziehen. In den Augen der Kirche bleibt die erste Ehe nach wie vor gültig.

Es waren ermutigende Worte, welche Papst Leo an die Bischöfe richtete, doch es bleibt die Frage, ob diese auch gewillt sind Änderungen zu vollziehen. So erklärte er, dass man von Gott die Freiheit erhalten habe, einander zu zuhören, zudem habe man die Weisheit, sein Wirken in seinem Volk zu erkennen und den Mut zu haben, ihm dorthin zu folgen, wo er uns hinführe.

Bild: © Ricardo Stuckert - Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license