ARGENTINIEN: Pride-Verbot wegen Papst-Besuch!

ARGENTINIEN: Pride-Verbot wegen Papst-Besuch!
Die Buenos Aires Pride zählt zu den Grössten der Welt, doch in diesem Jahr wurde die Veranstaltung verboten. Der Grund: Sie war wie jedes Jahr anfangs November geplant, doch in dieser Woche wird auch der Papst in Argentinien erwartet, weshalb sämtliche Grossanlässe kurzerhand verboten wurden. Die Veranstaltenden der Pride wollen dies aber nicht einfach so hinnehmen und wollen trotzdem auf die Strasse - insbesondere wegen der aktuellen Regierung.

Am 7. November hätte wieder die Buenos Aires Pride über die Bühne gehen sollen, doch in diesem Jahr ist alles anders: Da der Papst erstmals seit fast 40 Jahren wieder nach Argentinien reisen wird, ist die Euphorie entsprechend gross, und so haben die Behörden entschieden, rund um den viertägigen Papstbesuch keine weiteren Grossanlässe zuzulassen. Von diesem Verbot ist auch die Buenos Aires Pride betroffen.

Die Veranstaltenden wollen sich nun aber dagegen wehren und haben bereits angekündigt, dass sie sich ihr Recht auf Demonstration nicht nehmen lassen wollen. Man verstehe die Bedeutung des Besuchs des höchsten Würdeträgers der katholischen Kirche und des Staatsoberhaupts des Vatikan, doch dies sei kein ausreichender Grund um den traditionsreichen und meist besuchten Anlass von Buenos Aires abzusagen. Sie argumentieren zudem, dass die Pride am 7. November stattfinde und der Papst erst einen Tag später in Argentinien ankommen werde, daher werde man trotzdem auf die Strasse gehen. Der Besuch des Papstes ist Teil seiner Südamerikareise, welche ihn auch nach Peru und Uruguay führen wird.

Bei der Stadtverwaltung wiederum spricht man von einer Präventivmassnahme um die Sicherheit des hochrangigen Gasts und der Öffentlichkeit gewährleisten zu können. Man habe dazu einen Verkehrsplan ausgearbeitet, der auch Strassensperrungen und Umleitungen beinhalte. Dies führe dazu, dass rund um den Papstbesuch keine anderen Grossveranstaltungen stattfinden können, da man nur so einen reibungslosen Ablauf des Besuchs gewährleisten könne.

Die Pride ist aktuell auch in Argentinien von enormer Bedeutungen, da die Rechte queere Menschen, insbesondere von trans Menschen, seit der Regierung des Populisten Javier Milei enorm unter Druck geraten sind. Mit seinen feindlichen Aussagen sorgt er immer wieder für Aufsehen, sei es gegen queere Menschen oder auch gegen Frauen. Hasskriminalität hat seither zugenommen. Zudem hat er auch schon früh in seiner Amtszeit das Ministerium für Diversität und auch die Anti-Diskriminierungsstelle geschlossen.

Mit rund zwei Millionen Teilnehmenden gehört die Buenos Aires Pride zu den grössten queeren Veranstaltungen der Welt, zudem ist sie der grösste Anlass der argentinischen Hauptstadt.