TRAVEL: Dies werden die grössten Prides 2026 sein
Obwohl es weltweit auch in diesem Jahr noch einmal schwieriger wurde, eine Pride zu organisieren und selbst namhafte Prides mit einem Einbruch an Sponsorengeldern und mit immer grösseren Auflagen zu kämpfen haben, werden auch 2026 wieder zahlreiche „Millionen-Prides“ stattfinden.
Wie bereits in den Jahren zuvor, so wird die grösste Pride 2026 auch in diesem Jahr wieder in São Paulo in Brasilien über die Bühne gehen. Am 14. Juni werden geschätzte drei bis fünf Millionen Queers und ihre Allies auf der Avenida Paulista durch die grösste Stadt des Landes ziehen und für ihre Rechte einstehen.
Zwar weniger bekannt, doch trotzdem eine der grössten Prides der Welt ist auch jene in Toronto. Seit 1981 findet sie statt und mittlerweile zieht der grösste queere Anlass in Kanada jedes Jahr bis zu zwei Millionen Menschen an. Die Pride 2026 findet am Sonntag, 28. Juni statt. An den Anlässen während den gesamten Pride Weeks, welche rund ein Monat dauern, nehmen jeweils insgesamt rund drei Millionen Besucher:innen teil.
Ähnlich gross und am gleichen Tag ist auch die wohl bekannteste und geschichtsträchtigste Pride der Welt, jene in New York. Auf diese Pride und die damit verbundenen Stonewall-Unruhen gehen schlussendlich alle Prides und Christopher Street Days weltweit zurück. Bedeutend kleiner, aber ebenfalls an der Millionengrenze kratzen zudem jeweils die San Francisco Pride, sowie die Chicago Pride. Beide werden in diesem Jahr ebenfalls am 28. Juni stattfinden.
Da jeweils auch viele Tourist:innen in den Big Apple und auch nach San Francisco reisen, ist es jedoch fraglich, wie sich dies in diesem Jahr auf die Zahl der Teilnehmenden auswirken wird. Aufgrund der Politik der aktuellen Regierung ist die Zahl der ausländischen Reisenden in die USA seit Donald Trumps Amtsantritt stark eingebrochen. Dies zeigte sich auch bereits an der WorldPride, welche im vergangenen Sommer in Washington DC stattfand. Statt der erwarteten zwei bis drei Millionen Menschen kamen nur rund 1.2 Millionen in die amerikanische Hauptstadt.
Wohl auch zu einer Millionen-Pride könnte in diesem Sommer die Amsterdam Pride anwachsen, ist sie in diesem Jahr doch gleichzeitig auch Euro- und WorldPride in einem. Die ikonische Canal Pride auf den berühmten Grachten wird dabei am 1. August stattfinden.
Die bei weitem grösste Pride in Europa wird aber auch in diesem Jahr wieder der Madrid Orgullo sein. Im vergangenen Jahr wurde unter dem Motto „20 Años de Amor“ das 20-jährige Jubiläum der Ehe für alle in Spanien gefeiert. In diesem Jahr wird die Pride am 4. Juli stattfinden und wieder gegen zwei Millionen Queers und ihre Allies in die spanische Hauptstadt locken.
Gleich dahinter folgt die London Pride mit rund anderthalb Millionen Teilnehmenden. Sie findet in diesem Jahr zeitgleich mit dem Orgullo in Madrid statt. Dabei laufen jeweils rund 200 Gruppierungen und Organisation am Demonstrationszug durch die Londoner Innenstadt mit - meist angeführt vom Bürgermeister Sadiq Khan.
Regelmässig die grösste Pride in Deutschland ist die Cologne Pride mit rund 1.2 Millionen Besucher:innen. In diesem Jahr wird sie am Sonntag, 5. Juli stattfinden. Damit überholt sie jeweils mit ihrer Grösse auch die Berlin Pride in der deutschen Hauptstadt. Diese wird in diesem Jahr am 25. Juli über die Bühne gehen.
Der Marcha del Orgullo in Mexiko-Stadt am letzten Juni-Wochenende gehört ebenfalls zu den grössten in Lateinamerika und zieht jeweils rund eineinhalb Millionen Menschen an. Die Route führt dabei vom Engel der Unabhängigkeit zum Zócalo. Die Pride ist vor allem in den letzten Jahren stark gewachsen. Im 2026 könnte sie zusätzlich von den Tourist:innen profitieren, welche für die Fussball-Weltmeisterschaften nach Mexiko kommen.
Auch Asien hat grosse Pride Events zu bieten: Bereits zum 24. Mal findet in diesem Jahr die Taipei Pride in Taiwan statt. Sie ist gleichzeitig auch eine der grössten in Asien und zieht viele Besucher:innen aus den Nachbarländern an. So kommen jeweils rund 200'000 Menschen am letzten Oktober-Wochenende zusammen. Noch sehr jung ist hingegen die Bangkok Pride, welche 2022 nach 16 Jahren Pause erstmals wieder stattfand. Aufgrund der riesigen LGBTI+ Community in der thailändischen Hauptstadt kommt die Pride aber bereits jetzt auf rund 300'000 Teilnehmende und sie wird wohl schon bald zu den Millionen-Prides gehören. Wann sie 2026 stattfinden wird, ist noch nicht bekannt, doch es wird im Sommer sein. Ebenfalls zu den Grössten des Kontinents gehört zudem die Quezon Pride bei Manila mit rund 200'000 Teilnehmenden. Sie wird voraussichtlich am 27. Juni stattfinden.
Bereits am 28. Februar findet in Syndey die Gay and Lesbian Mardi Gras Parade statt, das grösste queere Festival in Ozeanien: Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten muss in diesem Jahr auf die grosse Afterparty verzichtet werden. Es werden rund 200'000 Besucher:innen in der australischen Metropole erwartet. Während dem gesamten Festival, welches bereits am Valentinstag gestartet ist und bis zum 2. März dauert, sollen insgesamt rund 400'000 zusammenkommen.
Deutlich kleiner, aber trotzdem die grösste Pride des afrikanischen Kontinents ist die Johannesburg Pride in Südafrika. In diesem Jahr wird bereits die 37. Ausgabe gefeiert und es werden am 31. Oktober wiederum rund 40'000 Teilnehmende erwartet.
Einen Überblick über die Schweizer Prides und LGBTI+ Events 2026 findest Du übrigens hier.