TRAVEL: Neue Razzia und Verhaftungen in Spa in Bali

TRAVEL: Neue Razzia und Verhaftungen in Spa in Bali
Bali steht auch bei queeren Tourist:innen hoch im Kurs, doch die LGBTI+ feindliche Politik des Landes greift immer mehr auch auf die Ferieninsel über: Nach einer Razzia in einem Spa wurden fünf Angestellte verhaftet und der Betrieb wurde geschlossen. Nun geht die Angst um, denn auf Bali gibt es zahlreiche weitere Spas, Hotels, Guest Houses und andere Einrichtungen, welche auf die Queer Community ausgerichtet sind.

Während im restlichen Indonesien immer radikaler gegen die LGBTI+ Community vorgegangen wird, so war Bali noch so etwas wie ein Safe Space für queere Menschen. Einige Hotels, Guest Houses, Bars und Spas haben sich denn auch explizit auf LGBTI+ ausgerichtet, was in anderen Teilen des Landes undenkbar wäre. Doch immer mehr greifen die Behörden auch in Bali ein und führen Razzien in entsprechenden Lokalen durch, wie jüngst im Banana Men’s Spa in Seminyak in Kuta, nahe der Inselhauptstadt Denpasar.

Die Behörden werfen den Betreibern vor, dass sie männliche Prostitution anbieten und zudem gegen die öffentliche Sitte verstossen. Weiter sollen in den Räumlichkeiten auch illegale sexuelle Handlungen stattfinden.
Dem Besitzer gelang offenbar während dem Beginn der Razzia die Flucht und er konnte untertauchen. Er wurde darauf durch die Polizei zur Fahndung ausgeschrieben. Ihm wird vorgeworfen das Banana Men‘s Spa als Gay Spa betrieben zu haben.

Insgesamt fünf Mitarbeitende wurden während der Durchsuchung der Räumlichkeiten festgenommen und sie werden als Zeugen vernommen. Daneben wurden zudem verschiedenste Beweismittel sichergestellt, wie etwa Mobiltelefone, Zahlungsgeräte, Unterlagen der Buchhaltung und Werbematerialien. Sowohl die Verhafteten, wie auch alle Beweismittel wurden der Kriminalpolizei zugeführt.

Bei den Mitarbeitenden handelt es sich um fünf Männer, die als Therapeuten angestellt waren. Auch deren Mobiltelefone werden nach Beweisen durchsucht. Die Polizei rief zudem die Bevölkerung dazu auf, alle Verdachtsmomente umgehend den Ermittlungsbehörden zu melden damit die öffentliche Ordnung und Sicherheit weiter gewährleistet werden kann. Es gelte bei allen Verdächtigen die Unschuldsvermutung, so die Polizei weiter.

Das Klima für queere Menschen verschärft sich zunehmends, und damit auch die Rhetorik von höchster Stelle. So hat kürzlich der indonesische Präsident Prabowo Subianto eine Verordnung veröffentlicht, welche die LGBT-Bewegung als eine nicht-militärische Bedrohung darstellt, die mit dem Terrorismus, Radikalismus und Separatismus gleichzusetzen sei. Neue Gesetze erinnern zudem stark an die Anti-LGBTI+ Propagandagesetze in Russland, mit denen alles queere aus dem Alltag verbannt werden soll.