AUSTRALIEN: Massive Welle an Gewaltverbrechen via Dating Apps
Die Vorgehensweise ist jeweils ähnlich: Mittels Fake Profilen werden insbesondere schwule und bisexuelle Männer über die bekannten queeren Dating Plattformen angeschrieben. Darauf wird ein Treffen vereinbart, doch statt dem vermeintlichen Date werden die Opfer beim Treffpunkt gewaltsam attackiert, bedroht, ausgeraubt und LGBTI+ feindlich beschimpft.
Allein im Bundesstaat Victoria im Süden Australiens in dem sich auch die Millionenmetropole Melbourne befindet, wurden seit Januar 2024 bereits 113 Hassverbrechen dieser Art registriert. Dabei ereigneten sich die meisten Taten im Jahr 2024 mit 75, gefolgt von 27 im vergangenen und 11 im laufenden Jahr. Die Verbrechen fanden dabei im gesamten Bundesstaat statt, mit einer Häufung in Casey, Hume, Knox sowie Manningham und Moorabbin.
Die Dunkelziffer dürfte zudem enorm hoch sein. Viele getrauen sich nicht die Fälle zu melden oder zur Anzeige zu bringen. Laut Studien wird beispielsweise nur gerade jede zehnte Tat bei der Polizei zur Anzeige gebracht.
Die jüngste Verhaftung von fünf Jugendlichen vor wenigen Tagen zeigt, dass die Ermittlungen noch immer andauern. Zwei der Tatverdächtigen in Dandenong, einem Vorort von Melbourne, waren erst 16-jährig, einer 17 und nochmals zwei 18-jährig. Nachdem sich ähnliche Vorfälle in der Region abspielten, wurde die Kriminalpolizei aktiv.
Die Anklagepunkte für die fünf Tatverdächtigen sind breit: So wird ihnen teilweise Raub, bewaffneter Raub und versuchter Raub, sexuelle Nötigung, Körperverletzung, Betrug und Entführung vorgeworfen. Drei von ihnen wurden zudem in Untersuchungshaft genommen.
Insgesamt wurden in Victoria bereits 47 Personen verhaftet, welche im Zusammenhang mit solchen Angriffen stehen. In einer Mitteilung unterstreicht die Polizei einmal mehr, dass man diese Taten mit grösster Ernsthaftigkeit behandle, und man rufe alle Betroffenen dazu auf, diese Taten zur Anzeige zu bringen. Nur so können Untersuchungen eingeleitet und die Tatverdächtigen ermittelt werden. Es den Dating Apps zu melden sei nicht ausreichend, denn diese hätten keine Befugnis Ermittlungen durchzuführen.
Wie die Polizei weiter erklärt, sei es nie zu spät eine Anzeige einzureichen. Man habe dann als Untersuchungsbehörde die Möglichkeit Informationen von den Dating Apps anzufordern, auch dann wenn eine Person blockiert wurde oder ihr Profil gelöscht hat. Für solches besorgniserregendes Verhalten habe es in unserer Gesellschaft keinen Platz. Je mehr sie erfahren, desto besser können sie reagieren und auch die Community schützen, schreibt die Polizei weiter.
Als Polizei arbeite man zudem auch mit den Dating Plattformen zusammen. So könne man proaktiv Präventionskampagnen verbreiten, aber auch Meldetools und Hilfsangebote anbieten, um queere User besser zu schützen.
Safer Dating - Tipps rund um sicheres Online-Dating:
Keine persönlichen Informationen und Wohnadressen austauschen, bevor man einer Person nicht wirklich vertrauen kann.
Erst an einem öffentlichen Ort, wo es auch viele, andere Menschen hat, treffen.
Auch noch einen Freund informieren, wann und wo man zu einem Date geht, damit noch jemand Bescheid weiss, falls es zu einem Zwischenfall kommt.
Nicht zu viel Alkohol trinken und auf sein Glas aufpassen, etwa wegen Drogen und K.o.-Tropfen.
Das Mobiltelefon sollte immer geladen sein, damit man zur Not auch Hilfe anfordern kann.
Und ganz wichtig: Auf das Bauchgefühl hören. Niemand zwingt einem an einem Ort zu bleiben: Wenn man sich unwohl fühlt, dann soll man lieber gehen als bleiben.
Brauchst Du Hilfe und möchtest Du mit jemandem sprechen? Hier findest Du Hilfe:
Die Schweizer LGBT+ Helpline steht Dir unter der Nummer 0800 133 133 kostenlos zur Verfügung. Mehr Infos: lgbt-helpline.ch
Weitere Information erhältst Du auch unter:
Du-bist-du.ch: Beratung und Information
Milchjugend: Übersicht über queere Jugendgruppen
Transgender Network Switzerland: Dachorganisation für trans Menschen
LOS: Lesbenorganisation Schweiz
Pink Cross: Dachorganisation schwuler und bisexueller Männer