AUSTRALIEN: Razzien im Gay Village von Sydney - 65 Personen kontrolliert

AUSTRALIEN: Razzien im Gay Village von Sydney - 65 Personen kontrolliert
Zahlreiche Polizist:innen führten an der berühmten Oxford Street im Gay Village von Sydney Razzien durch. Dies war die bereits zweite Aktion dieser Art seit Juni. Dabei ging es offenbar vor allem um den Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die LGBTI+ Community kritisierte das Vorgehen der Behörden scharf.

Erst im Juni ist es in mehreren Lokalen im Gay Village von Syndey zu Razzien gekommen. Die Betreiber:innen kritisierten das Vorgehen der Polizei aufs Schärftste und sie organisierten daher erst vor wenigen Tagen zusammen mit den Behörden einen Roundtable um die Vorfälle aufzuarbeiten. Doch nun kam es erneut zu einer gezielten Aktion gegen queere Lokale, vor allem an der Oxford Street. 

Zwischen 12 und 20 Polizist:innen sollen an den Razzien in den verschiedensten Lokalen beteiligt gewesen sein. Dabei sollen auch Drogenspürhunde bei den Schlangen vor den Eingängen zum Einsatz gekommen sein. Verschiedenste Gäste von Bars und Clubs sollen auf offener Strasse durchsucht und teilweise gezwungen worden sein, sich auszuziehen. Weiter wurden verschiedenste Personen befragt, als sie die Lokale verlassen haben. Dabei soll es darum gegangen sein, weshalb sie das Lokal verlassen, und was sie in den WCs gemacht haben.

Zu den betroffenen Lokalen gehören unter anderem das Universal, das Palms, The Beresford, The Dolphin, Arq, die Art Factory und Kinselas. 

Während den verschiedensten Aktionen wurden insgesamt 65 Personen kontrolliert. Dabei wurden in 28 Fällen Drogenkonsum festgestellt. Insgesamt 12 Bussen wurden ausgesprochen und in sechs Fällen wurde Cannabis gefunden. Bei 15 Lokalen wurden zudem Verstösse gegen die Betreiberlizenzen festgestellt und in einem Lokal hat sich eine minderjährige Person aufgehalten. Es kam aber zu keinen Anklagen und auch zu keinen Verhaftungen, wie die Polizei von New South Wales mitteilt.

Die Polizei rechtfertigte ihr Vorgehen damit, dass sie auch an anderen Orten Razzien durchgeführt haben, an der Oxford Street aber viel mehr Drogendelikte festgestellt haben als bei den anderen Aktionen. Dabei würden nur die Drogen im Fokus stehen, und nicht queere Menschen.

Von den Besitzern der Lokale gibt es massive Kritik am Vorgehen der Polizei: Viele Gäste seien traumatisiert, erklärte einer, da rund 15 Polizeibeamte einen stark gefüllten Club regelrecht gestürmt haben. Die Beamten seien sehr aggressiv gewesen. Die Lokale fühlen sich auch von der Polizei verraten, sind doch noch nicht mal die Fälle vom vergangenen Juni aufgearbeitet worden. Verschiedenste Politiker:innen haben nun Ermittlungen bei diesen Vorfällen angefordert.