BANGLADESCH: Petition zur Entkriminalisierung von Homosexualität lanciert

BANGLADESCH: Petition zur Entkriminalisierung von Homosexualität lanciert
Es ist ein historischer Moment für die LGBTI+ Community in Bangladesch: Mit einer Petition haben Queer Aktivist:innen den Präsidenten des Landes aufgefordert, unverzüglich die nötigen Schritte einzuleiten um gleichgeschlechtliche Aktivitäten zu legalisieren und um queere Menschen vor Diskriminierung zu schützen.

Nepal hat Homosexualität bereits 2007 legalisiert, das Oberste Gericht von Indien hat 2018 eine entsprechende Enrscheidung getroffen, im Jahr 2021 folgte Bhutan und in Sri Lanka sind die politischen Debatten ebenfalls bereits weit fortgeschritten, dass es bald so weit sein könnte. Nun werden entsprechende Forderungen auch in Bangladesch immer lauter.

Die Organisation JusticeMakers Bangladesh hat nun eine entsprechende Petition lanciert mit welcher sie Staatspräsident Mohammed Shahabuddin auffordern die sogenannte Section 377 im Strafgesetz des Landes zu streichen. Dieser noch aus der britischen Kolonialzeit stammende Abschnitt kriminalisiert gleichgeschlechtliche Aktivitäten zwischen Erwachsenen des gleichen Geschlechts bis heute.

Laut der Verfassung von Bangladesch hat der Staatspräsident das Recht selber Verordnungen zu erlassen, wenn das Parlament nicht tagt. Darin sehen die LGBTI+ Aktivist:innen eine Möglichkeit um Druck auf die Politik zu machen. Sobald das Parlament wieder zusammenkommt müsste die entsprechende Verordnung dann debattiert und darüber abgestimmt werden.

Neben der Aufhebung der Section 377 sollen LGBTI+ im Land auch die grundlegsten Menschenrechte zugesprochen und ein Schutz vor Diskriminierung eingerichtet werden. So sollen vor dem Gesetz alle gleich behandelt werden, egal welche sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität eine Person hat.

Die Section 377 sorgt in Bangladesch immer wieder zu Diskriminierungen, Verfolgung, Gewalt bis sogar hin zu Mord an queeren Menschen. So wurden im Jahr 2017 insgesamt 27 Männer nahe der Hauptstadt Dhaka festgenommen, weil sie angeblich schwul sein sollen. Ein Jahr zuvor wurde zudem der Herausgeber von Roopban, dem ersten und einzigen LGBTI+ Magazin in Bangladesch brutal ermordet.