BOTSWANA: Lesbisches Paar verklagt die Regierung für das Recht auf Ehe
Das Ehegesetz in Botswana sei nicht verfassungsmässig, erklären Bonolo Selelo und Tsholofelo Kumile, denn sie werden diskriminiert, da ihnen das Recht auf Eheschliessung verweigert werde. Die Beiden sind seit 2023 ein Paar und sie versuchten ihre Ehe im April 2025 bei einem Standesamt in der Hauptstadt Gaborone zu registrieren. Ihr Antrag wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass das Gesetz in Botswana keine gleichgeschlechtlichen Eheschliessungen zulasse.
Durch das derzeit geltende Recht werde ihnen der gleiche Schutz verweigert und sie würden zudem daran gehindert ihre Rechte und Pflichten wahrzunehmen, argumentierte das Paar. Das betreffe unter anderem die wirtschaftliche Sicherheit, aber auch das Erbrecht oder das Recht, medizinische Entscheidungen für einander zu treffen, so die beiden Frauen weiter. Daher reichten sie nun eine entsprechende Klage gegen die Regierung des Landes ein.
Der Fall wird im Juli vor dem Obergericht verhandelt. Die lokale LGBTI+ Organisation LEGABIBO hat dem Paar bereits die volle Unterstützung zugesichert. In diesem Fall gehe es um Würde, um Gleichberechtigung und um dss Recht von zwei Botswanerinnen, die einander lieben und die sich rechtlich genau so absichern möchten wie andere Paare, erklärt die Organisation.
Weiter rief LEGABIBO dazu auf, feindliche Rhetorik zu vermeiden und keine Fehlinformationen zu verbreiten. Angst, Hass und Vorurteile sollen die öffentliche Debatte nicht bestimmen dürfen. Der Glaube und die Kultur dürfe nicht dazu instrumentalisiert werden um andere Menschen auszuschliessen oder ihre Menschenrechte einzuschränken.
Derweil demonstrierten bereits religiöse Gruppierungen vor dem Gericht und sie forderten die Richter auf, das Anliegen abzulehnen. Es widerspreche den kulturellen und religiösen Werten des Landes, denn Botswana sei schliesslich eine christliche Nation.
Botswana hat gleichgeschlechtliche Aktivitäten erst im Jahr 2019 per Gerichtsentscheid legalisiert. Zwei Jahre später bestätigte auch ein Berufungsgericht dieses Urteil. Der südliche Nachbar Südafrika wiederum kennt als einziges Land bereits seit langem die Ehe für alle. Dem gegenüber stehen allerdings rund 30 Staaten in Afrika, welche Homosexualität nach wie vor kriminalisieren.