EUROPA: Der Europarat stimmt für ein Verbot von Konversionsmassnahmen
Die Parlamentarische Versammlung des Europarats mit Sitz in Strassburg hat sich mit einem deutlichen Votum für ein Verbot von sogenannten Konversionsmassnahmen ausgesprochen. Dabei stimmten 71 Mitglieder für ein Verbot, 26 sprachen sich dagegen aus und zwei Mitglieder enthielten sich der Stimme.
Der Europarat ist eine internationale, europäische Organisation, welche 1949 gegründet wurde. Die Schweiz ist seit 1963 ebenfalls Mitglied. Die Organisation ist dabei ein Forum für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.
Das Ergebnis bezüglich dem Verbot ist auch dadurch erfreulich klar, da transfeindliche Organisationen massiv Lobbyarbeit gegen das Anliegen geleistet haben. Sie sprachen sich gegen das Verbot von Konversionsmassnahmen aus, insbesondere da die Geschlechtidentität auch miteinbezogen wurde und nicht nur die sexuelle Orientierung. Dabei brachten sie das Argument ins Spiel, Kinder schützen zu wollen, obwohl Studien gegenteiliges beweisen.
Mit dieser Entscheidung der Versammlung können die Mitgliedsstaaten des Europarats zwar nicht zu einer Umsetzung der Forderung gezwungen werden, doch es dient dem politischen Dialog. Die parlamentarische Versammlung appelliert mit diesem deutlichen Ergebnis an die Mitgliedsstaaten, diese LGBTI+ feindlichen Praktiken zu verbieten.
In der Resolution wird dabei klar festgehalten, dass diese feindlichen Massnahmen keine wissenschaftliche Grundlage haben. Im Gegenteil, diese Praktiken seien gesundheitsgefährdend, wissenschaftlich unbegründet und sie würden zudem eine Verletzung der Menschenrechte darstellen.
Auch in der Schweiz wird seit längerem über ein solches Verbot debattiert und derzeit liegt das Anliegen im Parlament. Andere Staaten haben das Verbot längst umgesetzt, entweder für alle Personen, oder zumindest für Kinder und Jugendliche.
Diese LGBTI+ feindlichen Praktiken werden oftmals im Umfeld von Religionem, und dabei oftmals bei Freikirchen, angewandt. Als Ziel haben sie die sexuelle Orientierung oder die Geschlechtsidentität einer Person zu verändern oder zu unterdrücken. Dies geschieht von Beten über Psychotherapien bis hin zur Anwendung von Elektroschocks. Die Folgen für die Betroffenen sind dabei häufig gravierend und reichen von Angstzuständen über Depressionen bis hin zu Suizidgedanken.