ITALIEN: Schwules Paar verprügelt - weil sie Händchen hielten

ITALIEN: Schwules Paar verprügelt - weil sie Händchen hielten
In der italienischen Grossstadt Bologna ist es zu einer gewalttätigen Attacke gegen ein schwules Paar gekommen. Rund fünfzehn junge Männer sollen nach ersten Erkenntnissen auf das Paar eingeprügelt haben, wohl einfach nur, weil sie Händchen haltend durch die Strassen liefen. Eines der Opfer musste darauf schwer verletzt im Spital behandelt werden, ist nun aber ausser Lebensgefahr.

Die Tat ereignete sich kurz vor dem Wochenende um 2 Uhr in der Nacht. Das schwule Paar lief Händchenhaltend durch die Innenstadt von Bologna, was nach ersten Erkenntnissen bereits gereicht haben soll um von einem jungen Mann angegriffen zu werden. Der erste, der mutmasslichen Täter begann das Paar in der Nähe der Porta Mascarella erst queerfeindlich zu beleidigen und anzugehen. Danach soll er seine Kollegen dazugerufen haben und schlussendlich sahen sich die beiden Opfer einer Gruppe von rund 15 jungen Männern gegenüber.

Die Täter gingen dabei äusserst brutal vor und schlugen die beiden 29-jährigen Männer und traten auf sie ein. Die verletzten Opfer liessen sie darauf einfach auf der Strasse liegen. Erst die herbeigerufene Polizei half ihnen und einer der Männer musste aufgrund seiner schweren Verletzung mit der Ambulanz ins Krankenhaus gefahren werden. Wie die Polizei mitteilte ist er mittlerweile ausser Lebensgefahr.

Laut Medienberichten vor Ort soll es sich bei den Tätern um junge Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren handeln, welche ausländischer Herkunft sein sollen. Die Polizei ermittelt derzeit wegen Körperverletzung und möglichem Hassverbrechen, wobei queere Menschen bei der aktuellen Gesetzgebung nicht mit eingeschlossen sind. Für weitere Ermittlungen sucht die Polizei derzeit nach Zeugen und Beweismitteln wie etwa Aufnahmen von Überwachungskameras. 

Der Bürgermeister von Bologna, Matteo Lepore, sowie Vizebürgermeisterin Emily Clancy zeigten sich schockiert über die Tat und verurteilten sie in einem gemeinsamen Statement aufs schärfste. So sprachen sie den Opfern ihre tiefste Solidarität und Anteilnahme aus. Dieser Fall treffe das Herz der Gesellschaft und es sei Einschüchterungsversuch gegenüber queeren Menschen. Leider sei es nicht der einzige Fall, von dem man in den vergangenen Monaten erfahren habe. 

Die Stadt hat bereits zuvor Massnahmen gegen Verbrechen, die auf Hass und Diskriminierung beruhen, beschlossen. So wird Bologna als Stadt als Nebenklägerin an der Seite der Opfer im Prozess auftreten und ihnen damit auch rechtliche Unterstützung bieten.

Brauchst Du Hilfe und möchtest Du mit jemandem sprechen? Hier findest Du Hilfe:

Die Schweizer LGBT+ Helpline steht Dir unter der Nummer 0800 133 133 kostenlos zur Verfügung. Mehr Infos: lgbt-helpline.ch

Über die Webseite stophate.ch kannst Du zudem einfach online und in verschiedenen Sprachen Hate Crimes an die LGBTIQ Helpline, der offiziellen Meldestelle für queerfeindliche Hassverbrechen, melden.

Weitere Information erhältst Du auch unter:
Du-bist-du.ch: Beratung und Information
Milchjugend: Übersicht über queere Jugendgruppen
Transgender Network Switzerland: Dachorganisation für trans Menschen
LOS: Lesbenorganisation Schweiz
Pink Cross: Dachorganisation schwuler und bisexueller Männer