MALAYSIA: Fünf Männer wegen Grindr-Überfällen verhaftet
Die fünf mutmasslichen Täter sind im Alter zwischen 21 und 28 Jahre und sie wurden in Johor im Süden Malaysias festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie gefälschte Profile auf der queeren Dating App Grindr erstellten um damit ihre Opfer mit der Aussicht auf ein Date anzulocken und sie dann auszurauben. Derzeit gehen die Behörden von mindestens neun Männern aus, welche zwischen Januar und Mai Opfer von ihnen wurden.
Die mutmasslichen Täter gingen dabei äusserst perfide vor. So machten sie mit ihren Opfern mittels einem gefälschten Dating Profil ein Treffen an einem öffentlichen Ort ab. Dort wartet zudem auch ein Komplize, der sich als Sicherheitsmann ausgab, und der den beiden Männer dann vorwarf, dass sie „unmoralische Handlungen“ vorgenommen haben sollen. Eingeschüchtert, sollen die Opfer darauf angegriffen und zur Herausgabe von Wertsachen, Portemonnaie und Bank- und Kreditkarten inklusive Pin-Code gezwungen worden sein. Bei der Festnahme wurde ein Teil der Beute wiedergefunden, welcher verschiedenen Opfern zugeordnet werden konnte.
Die fünf Tatverdächtigen waren bereits polizeilich bekannt und wegen Drogendelikten und Raub vorbestraft. Ihnen konnte jedoch bei der Verhaftung kein Drogenkonsum nachgewiesen werden, entsprechende Tests vielen negativ aus.
Drei der mutmasslichen Täter wurden von der Staatsanwaltschaft wegen Raubes angeklagt. Zwei weitere wurden als Zeugen für entsprechende Aussagen vorgeladen. Wie die Polizei weiter mitteilte, wird noch nach einem weiteren Mann gesucht, von dem Mann Hilfe und Informationen erwartet, welche bei den Ermittlungen helfen sollen.
In Malaysia werden gleichgeschlechtliche Handlungen streng bestraft, und darauf haben die mutmasslichen Täter auch aufgebaut, dass sich die Opfer nämlich nicht getrauen, die Taten bei der Polizei zu melden, da sie dann selber strafrechtliche Konsequenzen befürchten müssen. Über die Opfer dieser Gewalttaten ist bislang noch nichts bekannt.
Safer Dating - Tipps rund um sicheres Online-Dating:
Keine persönlichen Informationen und Wohnadressen austauschen, bevor man einer Person nicht wirklich vertrauen kann.
Erst an einem öffentlichen Ort, wo es auch viele, andere Menschen hat, treffen.
Auch noch einen Freund informieren, wann und wo man zu einem Date geht, damit noch jemand Bescheid weiss, falls es zu einem Zwischenfall kommt.
Nicht zu viel Alkohol trinken und auf sein Glas aufpassen, etwa wegen Drogen und K.o.-Tropfen.
Das Mobiltelefon sollte immer geladen sein, damit man zur Not auch Hilfe anfordern kann.
Und ganz wichtig: Auf das Bauchgefühl hören. Niemand zwingt einem an einem Ort zu bleiben: Wenn man sich unwohl fühlt, dann soll man lieber gehen als bleiben.
Brauchst Du Hilfe und möchtest Du mit jemandem sprechen? Hier findest Du Hilfe:
Die Schweizer LGBT+ Helpline steht Dir unter der Nummer 0800 133 133 kostenlos zur Verfügung. Mehr Infos: lgbt-helpline.ch
Weitere Information erhältst Du auch unter:
Du-bist-du.ch: Beratung und Information
Milchjugend: Übersicht über queere Jugendgruppen
Transgender Network Switzerland: Dachorganisation für trans Menschen
LOS: Lesbenorganisation Schweiz
Pink Cross: Dachorganisation schwuler und bisexueller Männer