MALAYSIA: Queerfriendly Hotel nach Razzia geschlossen

MALAYSIA: Queerfriendly Hotel nach Razzia geschlossen
Nach Beschwerden aus der Bevölkerung, weil sich ein Hotel als queerfriendly bezeichnete, wurde es kurzerhand von den Behörden einer Razzia unterzogen. In der Folge wurde das Hotel geschlossen, obwohl es praktisch leer war. Den Besitzern drohen nun bis zu drei Jahre Haft.

Gerade in jüngster Zeit haben die Behörden in Malaysia die Repressionen gegen die LGBTI+ Community wieder stark intensiviert. Im Zuge dessen ist es auch zu einer Razzia in einem Hotel im Bundesstaat Melaka gekommen. Nach Beschwerden aus der Bevölkerung, weil sich das Hotel auf seiner Webseite als „gay-friendly“ bezeichnet, führten Mitarbeitende der lokalen Gemeinde, sowie der nationalen Religionsbehörde kurzerhand eine Razzia durch.

Das Hotel mit seinen 37 Zimmern war zu diesem Zeitpunkt am Morgen um 11 Uhr praktisch leer und es wurden keine Gäste angetroffen. Nur gerade eines der Zimmer schien belegt gewesen zu sein, da das Bett nicht gemacht war. Dort fanden die Beamten unter anderem Kondome. Trotzdem entschieden die Behörden das Hotel zumindest vorübergehend zu schliessen und den Besitzern die Bewilligung zu entziehen. Nun muss sich die Eigentümerschaft bei ihnen melden und erklären, weshalb das Hotel als „gay-friendly“ beworben wird.

Als Begründung für dieses Vorgehen nannten die Behörden einen möglichen Verstoss gegen das Strafgesetz basierend auf der Scharia. Darunter fällt etwa das Verbot von gleichgeschlechtlichen Aktivitäten, welche als Handlungen wider der Natur gelten. Bei einem Verstoss können bis zu drei Jahre Haft drohen.

Erst im Dezember führten die Behörden eine Razzia in einer angeblichen Gay Sauna in der Hauptstadt Kuala Lumpur durch und nahmen mehr als 200 Personen fest. Im Sommer zuvor wurden rund 20 Personen in einem Haus festgenommen, doch es stellte sich heraus, dass es sich um eine offiziell von der Regierung bewilligte HIV-Informationsveranstaltung handelte.

Das Verbot von gleichgeschlechtlichen Handlungen geht auf die britische Kolonialherrschaft im 19. Jahrhundert zurück.