MAURITIUS: Prominente Unterstützung für die Ehe für alle
Noch bis 2023 konnten gleichgeschlechtliche Aktivitäten in Mauritius mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Im Oktober entschied das Oberste Gericht damals aber, dass das aktuelle Gesetz diskriminierend und verfassungswidrig ist. Seither hat sich die LGBTI+ Community für ihre Sichtbarkeit eingesetzt und nun sehen Aktivist:innen ihre Chance gekommen, um auch für die rechtliche Anerkennung ihrer Partnerschaften mittels der zivilen Ehe einzustehen.
Mit einer entsprechenden Petiton lancierte OUT Moris im Mai 2026 eine Kampagne für die Ehe für alle. Bereits im Juli griff auch die Nationale Menschenrechtskommission (NHRC) dieses Thema auf, nachdem zwei queere Paare eine entsprechende Beschwerde eingereicht haben, da ihre Anträge auf eine Ehe von den Standesämtern abgelehnt wurden.
Die NHRC kam darauf zum Schluss, dass die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nach dem aktuellen Gesetz in Mauritius nicht ausdrücklich verboten ist. Die Kommission ging sogar noch einen Schritt weiter und empfahl, dass die Standesämter die aktuelle Beschränkung für LGBTI+ Paare aufheben sollen, denn dies könne als Diskriminierung eingestuft werden und der Ausschluss von gleichgeschlechtlichen Paaren von der Ehe verletze deren Grundrechte.
Nun bekommt die LGBTI+ Community in Mauritius prominente Unterstützung, nämlich von der Peter Tatchell Foundation in London. Die Stiftung des bekannten britischen LGBTI+ Aktivisten erklärt dazu, dass queere Menschen keine Sonderrechte wollen, sondern lediglich die gleichen Rechte einfordern. Es gebe keinen Grund weshalb ein Paar weniger Rechte haben soll als ein anderes. Man fordere einzig, dass der Staat sämtliche Bürger:innen gleich behandle.
Dabei betonen sowohl die Peter Tatchell Foundation wie auch OUT Moris, dass es rein um die zivile Ehe gehe und man keinen religiösen Institutionen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare aufzwingen wolle.
Die LGBTI+ Aktivist:innen fordern die Regierung von Mauritius nun dazu auf, konstruktiv mit den verschiedensten Akteuren zusammenzuarbeiten um die nötigen Schritte einzuleiten um die Gleichstellungen aller Bürger:innen herzustellen. Unterstützt wird diese Forderung neben OUT Moris, der Nationale Menschenrechtskommission (NHRC) und der Peter Tatchell Foundation auch von der Young Queer Alliance und dem Collectif Arc-en-Ciel.
In Afrika wird die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare erst in Südafrika anerkannt. Derzeit wird aber eine Klage durch das Oberste Gericht in Botswana behandelt, welches möglicherweise auch dort die Ehe für alle Paare öffnen könnte.