MEXIKO: Erster offen schwuler Bürgermeister Mexikos auf offener Strasse erschossen
Als er 2013 zum Bürgermeister der Grossstadt Fresnillo im mexikanischen Bundesstaat Zacatecas gewählt wurde, war er der erste offen schwule Mann in diesem Amt. Doch mit seinen Positionen eckte Benjamín Medrano Quezada auch innerhalb der LGBTI+ Community an. So hat er sich gegen die Ehe für alle, gegen ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare und auch gegen bunte Prides ausgesprochen. Ob dies wirklich seine Haltung war, oder nur politisches Kalkül ist aber ungewiss. Fresnillos Bevölkerung gilt als streng katholisch und gerade gesellschaftspolitisch als sehr konservativ.
Medranos Karriere war danach alles andere als typisch für einen Politiker: Er wurde für zwei Jahre ins Bundesparlament gewählt, danach war er Veranstalter von grossen Volksfesten und nebenbei versuchte er sich auch als Sänger und Unternehmer. In der Vergangenheit gab es auch immer wieder Vorwürfe wegen Korruption gegen ihn, weswegen er auch während Jahren untergetaucht ist. Ein Gerichtsurteil zu seinen Gunsten entlastete ihn, weshalb er auch wieder vermehrt in der Öffentlichkeit zu sehen war.
Am Dienstag vor einer Woche wurde Benjamín Medrano Quezada auf offener Strasse vor einer Gelateria in der Grossstadt Guadalajara erschossen. Sein Leichnam konnte allerdings erst Tage später identifiziert werden. Der Hintergrund des Mordanschlags ist ungeklärt und es wurden Ermittlungen aufgenommen. Es wurden aber noch keine Ergebnisse bekanntgegeben. Der Bruder des 59-Jährigen spricht von einer politisch motivierten Tat und fordert die lückenlose Aufklärung.
Die Stadt Fresnillo, sowie der Bundesstaat Zacatecas sind bekannt für seine Kartelle und die damit verbundene Kriminalität. Ob ein Zusammenhang besteht ist aber noch unklar.