NIGER: Militärregime startet Verfolgung von queeren Menschen

NIGER: Militärregime startet Verfolgung von queeren Menschen
Verborgen von der breiten Öffentlichkeit findet im afrikanischen Niger derzeit eine wahre Verfolgung von queeren Menschen statt. Seit das Land im Februar begonnen hat, gleichgeschlechtliche Aktivitäten zu kriminalisieren, wurden bereits dutzende Personen verhaftet, und seit Juni gelten nun noch höhere Strafen etwa für die Unterstützung von LGBTI+ Organisationen. Dies beunruhigt vor allen Mitarbeitende von HIV/Aids-Projekten.

Im afrikanischen Niger sind gleichgeschlechtliche Aktivitäten, auch wenn sie einvernehmlich Zuhause stattfinden, seit 2025 offiziell verboten. Im Februar dieses Jahres trat zudem ein neues Strafgesetz in Kraft, und dieses sieht nun auch Haftstrafen von bis zu 10 Jahren dafür vor. Dabei reicht es schon alleine, wenn man bloss öffentlich eine romantische Beziehung zu einer Person des gleichen Geschlechts bekannt gibt.

Damit wurde Niger das 66 Land weltweit, welches Homosexualität kriminalisiert. Seit Juni gelten zudem sogar noch weit höhere Strafen für jene, die eine gleichgeschlechtliche Ehezeremonie durchführen oder sich in LGBTI+ Organisationen engagieren. Dafür drohen zwischen 10 und maximal 20 Jahre Haft.

Bereits zu 40 Verhaftungen soll es nun seit Februar gekommen sein und Mitarbeitende von Hilfsorganisationen vor Ort sprechen gar von einer regelrechten "Hexen-Verfolgung", welche seither gestartet wurde. Das Klima sei toxisch geworden.

Insbesondere Mitarbeitende von HIV/Aids-Organisationen zeigen sich besorgt über die aktuelle Situation - einerseits aufgrund der Gefahr für die eigene Sicherheit, aber auch um die der Betroffenen. Queere Menschen seien noch mehr in den Untergrund gedrängt worden und man habe den Kontakt zu vielen verloren, erklärte eine anonyme Quelle gegenüber dem Guardian. Die Situation habe sich aufgrund der jüngsten Verhaftungen noch zusätzlich verschärft.

Auch der Human Dignity Trust warnt, dass das Militärregime die grundlegenenden Menschenrechte eklatant missachte und die Grundfreiheiten unterdrücke, indem gleichgeschlechtliche Handlungen selbst im privatem Rahmen geahndet und verfolgt werden. Queere Menschen würden zudem Angst und staatlich sanktioniertem Hass ausgesetzt werden, so die Menschenrechtsorganisation weiter.

Das aktuelle Vorgehen der Militärregierung verschärft die Lage im Land zunehmend: Niger gehört ohnehin mit zu den ärmsten Ländern der Welt und durch die aktuelle Politik könnte sich die Situation gerade im Bereich von HIV/Aids noch weiter verschärfen.