SCHWEIZ: Ombudsstelle unterstützt Schweizer Radio bei queerem Hörspiel

SCHWEIZ: Ombudsstelle unterstützt Schweizer Radio bei queerem Hörspiel
Ein Vater beschwerte sich über das preisgekrönte, queere Hörspiel Ich bin Alex, welches das Schweizer Radio bei SRF Kids ausgestrahlt hat. Nun hat die Ombudsstelle ihre Entscheidung mitgeteilt und nicht nur das Schweizer Radio vollumfänglich unterstützt, sondern auch noch das Hörspiel, eine Eigenproduktion, gelobt, da es umsichtig die Realität aufgreife.

Das Schweizer Radio SRG hat das Hörspiel Ich bin Alex bei SRF Kids ausgestrahlt, welches sich an Kinder und Jugendliche richtet. In dieser Eigenproduktion wird die Geschichte von Alex erzählt, die aus den USA in die Schweiz auswandert. Hier angekommen, vertraut sie sich ihrer Freundin Zoe an, dass sie trans ist. Eigentlich als Geheimnis gedacht, missbraucht Zoe das Vertrauen und erzählt es weiter. Damit gerät die Welt von Alex ziemlich ins Wanken.

Dabei behandelt das Hörspiel Themen wie Angst, Ausgrenzung und Freundschaft. Es geht aber auch um einen Neuanfang und was das bedeuten kann sowie um Zugehörigkeit und Selbstwahrnehmung. Es wird ab einem Alter von zehn Jahren empfohlen.

Dieses Hörspiel stiess einem Vater ziemlich sauer auf, und er reichte eine Beschwerde bei der Ombudsstelle ein. Seiner Meinung nach hätte das Thema der Geschlechtsidentität vorgängig angekündigt werden müssen. Zudem handle es sich bei diesem Hörspiel um „Geschlechtsumwandlungspropaganda“ und Kinder würden mit politischen Positionen konfrontiert. Eltern hätten zudem nicht erkennen können, dass bei Ich bin Alex die Transidentität zentral sei. Damit missachte das SRF die Transparenz und den Jugendschutz.

Die Redaktion des Schweizer Radios SRG wehrte sich gegen die Vorwürfe und erklärte, dass Ich bin Alex ein literarisches Hörspiel und keine politische Kampagne sei. Konflikte zwischen den Charakteren würden behutsam und altersgerecht erzählt. Es würden zudem keine Forderungen, keine Handlungsanweisungen und kein Weltbild übermittelt. Eine Vorwarnung halte man deshalb für nicht angebracht. Weiter macht die SRG darauf aufmerksam, dass das Hörspiel sogar den Kinderliteraturpreis der UNICEF gewonnen hat.

Darauf hatte sich die Ombusstelle mit der Beschwerde zu befassen, und sie kamen nicht nur zu einer klaren Entscheidung, sondern fanden auch lobende Worte für Ich bin Alex: Es sei weder eine Verletzung der Sachgerechtigkeit noch des Jugendschutz festzustellen, erklären sie. Kinder würden auch im Alltag mit dem Thema der Geschlechtsidentität konfrontiert, da dieses heute sichtbarer ist.

Fachpersonen würden zudem raten, Kinder nicht in Rollen zu drängen, sondern Unterstützung sei wichtig. Ein Teil der Unterstützung könne beispielsweise die soziale Transition sein, etwa in Bezug auf Namen und Pronomen. Fehle diese Akzeptanz, dann könne dies psychisch belastend sein. Weiter lobt die Ombudsstelle, dass diese Realitäten in diesem Hörspiel umsichtig aufgegriffen werden.