SCHWEIZ: Wird PrEP auch nach 2026 noch von den Krankenkassen übernommen?

SCHWEIZ: Wird PrEP auch nach 2026 noch von den Krankenkassen übernommen?
Die Kosten für PrEP werden noch bis Ende 2026 von den Krankenkassen übernommen, wie es danach weiter geht, ist aber ungewiss. Sowohl die Aids-Hilfe Schweiz wie auch Pink Cross setzen sich vehement dafür ein, dass PrEP auch über diese "Pilotphase" hinaus von den Krankenkassen bezahlt wird.

Es war im Juli 2024 als die Krankenkassen begannen, die Kosten für PrEP zur HIV-Prävention zu übernehmen. Alleine in den ersten sechs Monaten nahm die Zahl der PrEP-User um mehr als die Hälfte zu. Wie die NZZ in ihrem aktuellen Artikel über die neue Love Life-Kampagne und die HIV-Prophylaxe weiter schreibt, ist dieses Angebot aber nur noch bis Ende Jahr gesichert, denn bis dann muss das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) entscheiden, ob dieses Programm auch im Januar 2027 weitergeführt wird, und falls ja, zu welchen Bedingungen.

Wer von dieser Kostenübernahme profitieren will, muss sich dem Swissprepared-Programm anschliessen, welches von der Universität Zürich geleitet wird. Dieses Programm besteht bereits seit 2019 und konnte seit Juli 2024 dank der Kostenübernahme rasant wachsen. Die Präexpositionsprophylaxe, kurz PrEP, wird dabei von teilnehmden Ärzt:innen verschrieben und sie sorgen auch dafür, dass die Patient:innen regelmässig untersucht und getestet werden. Die dadurch erhaltenen Zahlen werden an die Universität Zürich weitergeleitet, wo sie wissenschaftlich ausgewertet werden.

Der so entstandene Bericht liegt derzeit der Eidgenössische Kommission für allgemeine Leistungen und Grundsatzfragen (ELGK) vor. Diese Kommission berät das Departement des Inneren über die Leistungen von Krankenkassen. Sowohl für die Aids-Hilfe Schweiz wie auch für Pink Cross ist klar, dass dieses erfolgreiche Programm weitergeführt werden muss. 

Gegenüber der NZZ unterstreicht der Co-Präsident von Pink Cross, Adrian Knecht, dass es wichtig sei, dass Menschen Zugang zu einer Schutzstrategie haben, die zu ihrem Sexualleben passt. Für schwule Männer sei die PrEP, deren Kosten durch die Krankenkasse gedeckt ist, eine gute Möglichkeit um sich vor einer HIV-Infektion zu schützen. Dies sei auch eine Investition in die öffentliche Gesundheit, so Knecht weiter.

Viele schwule und queere Männer hätten bereits vor der Kostenübernahme eine hohe Eigenverantwortung gezeigt und PrEP genommen, erklärt auch Florian Vock, Leiter Prävention bei der Aids-Hilfe Schweiz gegenüber der NZZ. So gibt er auch zu bedenken, dass die Kosten für PrEP-Medikamente zwischen 50 und 80 Franken pro Monat liegen. Die Behandlungskosten von HIV-Patient:innen würden auf die gesamte Lebensdauer hinaus betrachtet hingegen auf mehrere hunderttausend Franken kommen.

Die Kostenübernahmen müsse weitergeführt werden, so Vock gegenüber der NZZ weiter, und die PrEP solle nicht zulasten der Franchise abgerechnet werden. So würden junge Erwachsene und Menschen in finanziell bescheidenen Verhältnissen davon abgehalten, mit der PrEP zu starten.

Die Kostenübernahme von PrEP wird auch als wichtige Massnahme angesehen, um das internationale Ziel von keinen HIV-Neuinfektionen bis 2030 zu erreichen. Die Schweiz ist dabei auf einem guten Weg, doch die "letzten Meter" sind bekanntlich die schwierigsten. Derzeit stagnieren die Fälle pro Jahr bei rund 300 bis 400 Neuinfektionen.

Auch Du kannst mithelfen, indem Du die Aids-Hilfe Schweiz und Pink Cross mit einer Spende respektive mit deiner Mitgliedschaft unterstützt. Mit diesen finanziellen Mitteln können sie sich in Bundesbern noch stärker für die Anliegen der LGBTI+ Community einsetzen, gerade etwa wenn es um die queere Gesundheit wie HIV und STI-Prävention geht.

Hast du Fragen zum Thema HIV, PrEP oder anderen sexuell übertragbaren Infektionen, brauchst Du Informationen oder möchtest Du dich testen lassen?

Auf der Webseite von www.drgay.ch findest Du die wichtigsten Informationen, sowie Adressen zu Testmöglichkeiten.

Weiter gibt es in Zürich beim Drogeninformationszentrum DIZ auch die Möglichkeit für Drug Checking und Beratung. Weitere Informationsangebote für die Community in Bezug auf Drogen findest Du zudem unter anderem in Bern, Basel, Genf, Luzern und Lausanne.