SENEGAL: 12 Männer wegen angeblich gleichgeschlechtlichen Aktivitäten verhaftet

SENEGAL: 12 Männer wegen angeblich gleichgeschlechtlichen Aktivitäten verhaftet
Wie die Polizei mitteilt, sind zwölf Männer unter dem Verdacht von gleichgeschlechtlichen Aktivitäten festgenommen worden. Unter ihnen sind auch zwei Prominente, ein Fernsehmoderator und ein Sänger. Ihnen werden noch weitere Straftaten vorgeworfen und somit drohen mehrjährige Haftstrafen.

Senegal ist bekannt dafür mit harter Hand gegen die LGBTI+ Community vorzugehen. Immer wieder kommt es zu Verhaftungen, zu Belästigungen oder zur Verfolgung queerer Menschen. Die LGBTI+ Organisation Stop Homophobia schlägt nun erneut Alarm, da alleine während einer Polizeiaktion 12 senegalesische Staatsangehörige wegen dem Verdacht auf gleichgeschlechtliche Aktivitäten verhaftet wurden. Unter ihnen befanden sich auch zwei Prominente, nämlich ein Fernsehmoderator und ein Sänger.

Ihnen wird gleich eine Vielzahl an strafrechtlich relevanten Taten vorgeworfen, so etwa widernatürliche Handlungen in Form von gleichgeschlechtlichen Aktivitäten, die wissentliche Übertragung von HIV/ Aids durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und dadurch auch die Gefährdung des Lebens anderer, sowie krimininelle Verschwörung. Damit drohen ihnen schon alleine für die gleichgeschlechtlichen Handlungen bis zu fünf Jahre Haft.

Die Polizei führte bei Männern im Anschluss an ihre Verhaftung auch HIV-Tests durch, und dabei zeigte sich, dass sechs HIV-positiv waren. Ihnen werfen die Behörden nun vor, dass sie trotzdem ungeschützten Geschlechtsverkehr mit den anderen Männern hatten.

Stop Homophobia zeigte sich besorgt über diese Entwicklung und unterstrich in einer Mitteilung, dass die Verhafteten bis zu ihrer Verurteilung als unschuldig gelten. Die Wogen im Land gehen bei solchen Verhaftungsaktionen immer wieder hoch. So fordern insbesondere religiöse Gruppierungen ein noch härteres Vorgehen der Politik gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Premierminister Ousmane Sonko hat dies schon mehrfach versprochen blieb aber bislang untätig. Ein entsprechender Vorstoss wurde 2022 zudem vom Parlament bereits abgelehnt.