SENEGAL: Die Olympischen Jugendspiele in Zeiten der LGBTI+ Verfolgung

SENEGAL: Die Olympischen Jugendspiele in Zeiten der LGBTI+ Verfolgung
Mit den Youth Olympic Games findet ab Ende Oktober erstmals ein olympischer Anlass auf dem afrikanischen Kontinent statt. Austragungsort ist der Senegal, doch die Spiele kommen just zu einer Zeit, in der die Regierung die Verfolgung von queeren Menschen massiv verschärft hat.

Bislang fanden auf dem afrikanischen Kontinent weder Olympische Winter- noch Sommerspiele statt. Mit den Youth Olympic Games, den Olympischen Jugendspielen, findet nun vom 31. Oktober bis zum 13. November erstmals ein olympischer Anlass in Afrika statt, und zwar in der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Der sportliche Grossanlass fällt aber just in eine Zeit, in der die Regierung die Verfolgung queerer Menschen massiv intensiviert hat. Zudem wurden in diesem Jahr die Höchststrafen gegen queere Menschen auf bis zu zehn Jahre verdoppelt.

Bereits im Mai haben verschiedenste Personen aus dem Umfeld des Sports, darunter zahlreiche offen queere Sportler:innen, einen Brief an Staatspräsident Bassirou Diomaye Faye und das senegalesische Parlament geschickt, um sie aufzufordern, die Gesetze zumindest während der Zeit der Jugendspiele auszusetzen. Zudem soll in Bezug auf die Rechte der LGBTI+ Bewegung ein konstruktiver Dialog aufgenommen werden. Getan hat sich bislang nichts, im Gegenteil, die Situation hat sich weiter verschlechtert mit einer Vielzahl an Razzien und Festnahmen.

Nun reisen 2‘700 Jugendliche nach Senegal um sich in insgesamt 25 verschiedenen Sportarten gegenseitig zu messen. Die Teilnehmenden müssen dabei jünger als 17 Jahre alt sein. Hinzukommen noch rund 2‘000 Trainer:innen und weitere Helfer:innen, welche aus dem Ausland anreisen um die Sportler:innen vor Ort zu unterstützen, sowie zahlreiche Medienschaffende und natürlich Familien und Freund:innen von den Teilnehmenden. Ingesamt werden rund eine Million Tickets für die verschiedensten Wettkämpfe abgeboten.

Outsports hat sich an das Internationale Olympische Komitee IOC gewandt um eine Stellungnahme zur aktuellen Situation in Bezug auf die Menschen- und LGBTI+ Rechte zu erhalten. In der Antwort schreibt das IOC, dass man wie bei allen Olympischen Anlässen auch in Dakar 2026 daran arbeite, dass die Olympische Charta eingehalten werde. Senegal als Austragungsland habe zudem versichert, dass man seinen Verpflichtungen nachkommen werde. Gleichzeitig unterstreicht das IOC gegenüber Outsports aber auch, dass man als IOC weder das Recht noch die Möglichkeit habe, die Gesetze eines souveränen Staats zu ändern, dies müsse weiterhin die legitime Aufgabe der Regierung bleiben.

Das Austragungsland muss aber gemäss den IOC-Richtlinien für ein diskriminierungsfreies und für ein sicheres Umfeld für alle akkreditierten Sportler:innen sorgen. Dies ist bindend für das Organisationskomitee, für die Stadt Dakar, für Senegal als Land, sowie für das Nationale Olympische Komitte des Senegal.

Ob dies eingehalten wird, muss sich weisen: Menschenrechts- und LGBTI+ Organisationen versuchen nun aber den Druck auf Senegal zu erhöhen und den Fokus der Weltöffentlichkeit vor den Olympischen Jugendspielen auf die verheerende Sitution für queere Menschen im Land zu richten.