SENEGAL: Extremes Anti-LGBTI+ Gesetz kam bereits erstmals zur Anwendung

SENEGAL: Extremes Anti-LGBTI+ Gesetz kam bereits erstmals zur Anwendung
Die Behörden und Gerichte zögern kein bisschen: Erst vor wenigen Tagen eingeführt, kam das extreme Anti-LGBTI+ Gesetz bereits zum ersten Mal zur Anwendung. Was unter anderen Umständen weltweit für Empörung sorgen würde, passiert diesmal aufgrund der weltweiten Konflikte nun leider fast unbemerkt.

Zwei Männer trafen sich in einem Park in der Hauptstadt Dakar für Sex gegen Geld. Dabei wurden sie erst gefilmt und danach zur Rede gestellt. Während der Mann, der die sexuellen Dienste in Anspruch nahm, fliehen konnte, so wurde der 24-jährige Mann, der die Dienste angeboten hat, festgehalten und auf einen nahen Polizeiposten gebracht.

Während der Befragung gestand er die Tat und erklärte, er hätte umgerechnet etwas mehr als drei Schweizer Franken für die sexuellen Handlungen erhalten sollen. Er habe jedoch kein Geld bekommen, da sie vorher entdeckt wurden und der Mann geflohen sei ohne zu bezahlen. Dieses Geständnis hatte für den Mann darauf gravierende Folgen.

Er wurde gleich dem Richter vorgeführt, wo er erklärte, dass er nicht gewusst habe, dass sein Geständnis als Straftat gewertet und zu einer Verurteilung führen werde. Die Richter liessen dies aber nicht gelten, und so kam erstmals das vor wenigen Tagen erst eingeführte, extrem strenge Anti-LGBTI+ Gesetz zur Anwendung. Der Mann wurde schliesslich zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt. Dies ist ein Jahr mehr als die bisherige Höchststrafe.

Während die Verfolgung queerer Menschen und die Einführung äusserst strenger Gesetze sonst jeweils auch international Reaktionen bis hinauf zu den höchsten politischen Ämtern auslösen, wie etwa die Entwicklungen in Uganda oder Brunei damals gezeigt haben, so bleibt es im Fall von Senegal nun eher ruhig. Der Grund dürften wohl einerseits die veränderten globalen Machtverhältnisse sein, die neuen politischen Eliten, aber auch die enorme Anzahl an zusätzlichen Konflikten und Spannungen in vielen Teilen der Welt.

Die Entwicklungen im Senegal sind aber besorgniserregend: Es vergehen kaum Tage im Land, während denen nicht queere Personen wegen einvernehmlichen, gleichgeschlechtlichen Handlungen verhaftet und vor Gericht gestellt werden. Das Land hat dazu mit dem erst vor wenigen Tagen, nach einer äusserst hasserfüllten Debatte,  neu eingeführten Gesetz, die maximale Haftstrafe auf gleichgeschlechtliche Handlungen auf zehn Jahre verdoppelt. Zudem wurden noch weitere Tatbestände hinzugefügt, welche queere Menschen aber auch ihre Verbündeten noch strenger krimininalisieren.