SENEGAL: Verfolgung von Queers wird intensiviert - 71 Männer angeklagt
Seit das neue Gesetz mit grosser Mehrheit von der Nationalversammlung gutgeheissen und schliesslich im März durch Staatspräsident Bassirou Diomaye Faye eingeführt wurde, sind bereits mehrere Männer wegen gleichgeschlechtlicher Handlungen verurteilt worden. Durch das neue Gesetz wurde die Höchststrafe dafür auf zehn Jahre Haft verdoppelt. Weiter drohen zwischen drei und sieben Jahre Haft, wer Homosexualität „fördert, bewirbt oder finanziert“.
Die Behörden und die Polizei haben mit dem neuen Gesetz auch die Verfolgung queerer Menschen im Senegal intensiviert und immer wieder kommt es zu Razzien und Verhaftungen. Der jüngste Fall ereignete sich am 7. August als insgesamt fast 100 Männer durch die Polizei aufgegriffen wurden. 71 von ihnen wurden verhaftet und wegen „widernatürlichen Handlungen“ angeklagt. Gegen 28 weitere Männer wurde keine Anklage erhoben.
Menschenrechts- und LGBTI+ Organisationen verurteilen das Vorgehen der Behörden aufs schärfste: Es herrsche ein Klima der ständigen Angst innerhalb der Queer Community. Weiter seien die gesetzlichen Grundlagen nicht mit internationalen Recht und den internationalen Verpflichtungen des Landes zu vereinbaren.