SENEGAL: Die Verfolgung von Queers wird immer radikaler

SENEGAL: Die Verfolgung von Queers wird immer radikaler
Erst vor kurzem hat Senegal die maximalen Haftstrafen auf gleichgeschlechtliche Aktivitäten verdoppelt, und dies zu einer Zeit, als die Behörden die Verfolgung queerer Menschen ohnehin bereits intensiviert haben. Eben wurden erneut 18 Personen verhaftet und 15 weitere zur Fahndung ausgeschrieben. Die Verhafteten wurden dabei mit Namen und Beruf in den Medien bekanntgegeben.

Passiert sei es bei einem Coiffeur: Ein Kunde habe einem Coiffeur-Lehrling seine Handynummer gegeben und dieser habe sich sexuell belästigt gefühlt und eine Anzeige eingereicht. Als noch ein zweiter, ähnlicher Fall gemeldet wurde, begann die Polizei mit den Ermittlungen und verhaftete den Mann. Beim anschliessenden Verhör gab der Verhaftete an, dass er einem Netzwerk von Männern angehöre, welche sich jeweils für Sex treffe.

Anhand der Angaben des Mannes und aufgrund von Nachrichten, Videos und Fotos in seinem Handy konnte die Polizei erst noch einen weiteren Mann festnehmen und darauf wurden immer mehr identifiziert. Schlussendlich hat die Polizei 18 Männer festgenommen und nach 15 weiteren wird noch gefahndet. Die Namen, sowie auch die Berufe aller Männer wurden zudem in den Medien veröffentlicht, und dies noch bevor sie überhaupt der Staatsanwaltschaft zugeführt wurden. Ihnen drohen nun bis zu zehn Jahre Haft.

Senegal hat die Höchststrafen für gleichgeschlechtliche Handlungen anfangs April auf zehn Jahre verdoppelt, und es wurde auch bereits zum ersten Mal angewandt. Ein Mann wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres wurden 17 Personen an einer angeblichen Sexparty verhaftet, und im Dezember wurden 15 Mitglieder einer WhatsApp-Gruppe festgenommen.

Seit Februar ist zudem eine wahre Verhaftungswelle am Laufen. Keine Woche vergeht dabei ohne Verhaftungen. Mittlerweile sind mindestens 30 Personen wegen angeblichen gleichgeschlechtlichen Handlungen festgenommen worden.

Die politische Debatte für das massiv verschärfte Strafgesetz rund um LGBTI+ Anliegen wurde äusserst hasserfüllt geführt, sowohl im Parlament wie auch von den Medien und in der Öffentlichkeit. Damit wurde die Situation für queere Menschen nochmals deutlich schwieriger.