SPANIEN: Mehr als jeder zweite queere Mensch erlebte Hass im vergangenen Jahr

SPANIEN: Mehr als jeder zweite queere Mensch erlebte Hass im vergangenen Jahr
Die Zahlen sind besorgniserregend: Mehr als die Hälfte aller LGBTI+ haben im vergangenen Jahr in Spanien irgendeine Form von queerfeindlicher Diskriminierung, Belästigung oder gar Gewalt erlebt. Dies entspricht einer starken Zunahme insbesondere innerhalb der vergangenen beiden Jahren.

Spanien ist bekannt für seine queeren Touristenhochburgen wie Torremolinos, Sitges, Madrid und Barcelona und lockt jedes Jahr hunderttausende LGBTI+ Tourist:innen an. Doch wie in vielen anderen Ländern, so nehmen auch in Spanien die feindlichen Belästigungen, Diskriminierungen oder Hassverbrechen in Form von physischer und psychischer Gewalt stark zu. Insbesondere in den vergangenen beiden Jahren sind die Zahlen sprunghaft angestiegen.

So lag der Anteil der Hassverbrechen basierend auf der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität im Jahr 2024 bei 17 Prozent. Diese Zahl hat sich mehr als verdoppelt auf aktuell 35 Prozent. Dabei ist dies das zweithäufigste Kriterium, direkt nach Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

Alleine im vergangenen Jahr gaben mehr als die Hälfte aller befragten queeren Menschen an, das sie Übergriffe erlebt haben, sei es verbal, als Belästigung, Diskriminierung oder gar in Form von Gewalt. Heruntergebrochen auf die einzelnen Werte, zeigte sich, dass die Übergriffe in den vergangenen beiden Jahren massiv von 7 auf 22 Prozent, die Belästigungen von 20 auf 36 Prozent und die Diskriminierungen von 23 auf 29 Prozent angestiegen sind.

Vor allem trans Menschen sind dabei in besonderem Masse von feindlicher Gewalt betroffen. So gab jede zweite trans Person an, dass sie im vergangenen Jahr Opfer von transfeindlicher Gewalt wurde.

Die Zahlen wurden von der Federation of LGBTQ+ People (FELGTB+) zusammengetragen. Auf dieser Basis fordern LGBTI+ Organisationen nun die Regierung zum Handeln auf. So soll ein Aktionsplan auf nationaler Ebene aufgleist werden, um gegen Hassverbrechen vorzugehen und queere Menschen besser zu schützen.