EUROPA: Wo steht die Schweiz in der Rainbow Map 2026?
Von der 5 direkt auf die 1: Spanien konnte sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessern und kam in diesem Jahr mit 88.7 Prozent erstmals an die Spitze der Rainbow Map, und dies direkt von Platz 5. Malta führte das Ranking während zehn Jahren unangefochten an, und wurde nun von Spanien auf Platz 2 verwiesen, was 87.73 Prozent entspricht. Platz 3 geht an Island mit 85.56 Prozent, auf der 4 ist Belgien und Dänemark schliesst die Top-5 ab.
Für die Schweiz hingegen zeigt die Tendenz nach unten, jedenfalls was die Platzierung innerhalb Europas betrifft. In Bezug auf die Bewertung stagniert die Schweiz mit knapp über 50 Prozent, da sich aber andere Länder verbessert haben, fällt unser Land im Ranking erneut um zwei Plätze zurück. So liegen wir 2026 wieder auf Rang 20, wie bereits 2023. Im letzten Jahr waren wir noch auf Platz 18 und 2024 sogar auf Platz 17.
Während die Schweiz in gewissen Kategorien gut mit der Spitze mithalten kann, so gibt es gerade bei den Anliegen von inter und nichtbinären Menschen, sowie in Bezug auf den Schutz vor Hassverbrechen und Hassrede noch deutliches Verbesserungspotential. Aber auch bei Themen wie dem Asylwesen, der Gleichstellung und der Nichtdiskriminierung könnte die Schweiz noch deutlich zulegen. Bei den Kategorien rund um die Zivilgesellschaft, die Versammlungsfreiheit und die freie Meinungsäusserung erreichen wir wiederum die maximal mögliche Bewertung mit 100 Prozent.
Von unseren Nachbarländern ist Deutschland mit 69.54 Prozent am besten platziert und konnte sich gegenüber 2025 von der 8 auf Platz 7 verbessern. Platz 15 mit 60.25% geht an Frankreich und Platz 16 mit 54.98% an Österreich. Beide Ländern konnten ihre Plätze aus dem vergangenen Jahr halten. Mit deutlichem Abstand folgt Liechtenstein auf Platz 31 mit 31.30%. Noch mehr Verbesserungspotential gibt es zudem für Italien mit 24.11 Prozent auf der 36.
Der Durchschnitt in Europa liegt bei 43 Prozent, in der Europäischen Union bei 52 Prozent. Dies zeigt, dass beispielsweise die Schweiz mit 50.12 Prozent knapp unter dem EU-Durchschnitt liegt.
Die Schlusslichter bilden altbekannte Nationen: Gerade einmal 2 Prozent weisst Russland auf, dies entspricht Platz 49. Auf Platz 48 liegt Aserbaidschan mit 2.25 Prozent gefolgt von der Türkei mit 4.75 Prozent. Belarus und Armenien folgen auf der 46 respektive 45. Wie in jedem Jahr so überrascht immer wieder Monaco: Das kleine Fürstentum am Mittelmeer, umgeben von Frankreich, liegt auf Platz 43 mit nur gerade 13.7 Prozent. In der Europäischen Union bildet Rumänien mit 19 Prozent das Schlusslicht, gefolgt von Bulgarien mit 20 und Polen mit 22 Prozent.
Neben den vielen Fortschritten, welche auf dem Kontinent gemacht wurden, so gibt es auch drohende Gefahren, welche die Rechte queerer Menschen stark einschränken könnten. In Portugal liegt beispielsweise ein Entwurf vor, der die Rechte von trans und inter Menschen massiv beschneiden würde. Die Türkei will die Grundrechte queerer Menschen gleich mit einer Vielzahl an Massnahmen einschränken, und Belarus, ohnehin eines der Schlusslichter im Ranking, plant ein Anti-LGBTI+ Propagandagesetz nach russischem Vorbild einzuführen.
Hoffnung machen dafür Gerichtsurteile aus der Europäischen Union. So müssen EU-Mitgliedsstaaten offiziell geschlossene, gleichgeschlechtliche Ehen aus anderen EU-Staaten anerkennen. Dies wurde im Fall von Polen bestimmt. Zudem haben die Richter:innen ein Anti-Propagandagesetz in Ungarn für verfassungswidrig erklärt.
Die Rainbow Map wird seit 2009 veröffentlicht und vergleicht die einzelnen Staaten in Europa in Bezug auf ihre LGBTI+ Freundlich- und Feindlichkeit. Neue Gesetze und Massnahmen werden jährlich neu beurteilt und in einem Bericht von ILGA Europe veröffentlicht. Dabei werden die 49 Länder in 76 Kriterien von 0 bis 100 Prozent bewertet. Diese reichen von Grundrechten über Familien bis hin zu Asyl, Rechte für trans und inter Menschen, sowie Hassverbrechen und Hassreden. Für die Beurteilung werden rund 200 Expert:innen aus allen 49 Ländern zugezogen.
Den gesamten Bericht findest Du hier.