SPORT: Saudi Arabien versucht zu beruhigen: LGBTI+ sind an der WM 2034 willkommen

SPORT: Saudi Arabien versucht zu beruhigen: LGBTI+ sind an der WM 2034 willkommen
Auf Homosexualität steht in Saudi Arabien weiterhin die Todesstrafe, doch ausgerechnet dort finden 2034 die Fussball-Weltmeisterschaften statt. Bereits jetzt versucht das Land queere Besucher:innen zu beruhigen. Man heisse alle willkommen und bereits im kommenden Jahr will zudem erstmals eine Gay Cruise in Saudi Arabien anlegen. Ob dies gelingt und was die Passagiere dort erwartet, wird sich zeigen…

Es ist ein erstaunlicher Wandel, den Saudi Arabien in den vergangenen wenigen Jahren vollzogen hat. Das Land mit seiner extrem strikten Auslegung des Islams hat sich unter Kronprinz Mohammed bin Salman zunehmend geöffnet, zumindest auf dem Papier. Nicht-muslimische Tourist:innen werden mit enormen Marketing-Kampagnen ins Land gelockt, Frauen wurde das Autofahren erlaubt und Kinos wurden wieder eröffnet.

Auch im Hinblick auf die Fussball-Weltmeisterschaften im Jahr 2034 will sich das Land weiter öffnen - sogar für queere Tourist:innen. Man heisse alle willkommen, steht auf der offiziellen Webseite VisitSaudi explizit geschrieben, man bete aber alle Besucher:innen die Kultur und Traditionen zu respektieren und die Gesetze zu befolgen.

Die Behörden würden gleichgeschlechtliche Beziehungen tolerieren, so lange es im privaten Rahmen sei. Beobachter sagen zudem, dass es zwei Saudi Arabien gebe, eines für Ausländer:innen und eines für die Einheimischen. Betreffend Ausländer:innen sei man toleranter und auch offener.

Wie weit diese Offenheit und Toleranz geht, wird sich zeigen: Bereits im kommenden Jahr soll erstmals eine Gay Cruise offiziell in Dschidda anlegen. Unter dem Titel „Arabische Nächte“ soll die Kreuzfahrt des US-amerikanischen Reiseunternehmens VACAYA zudem auch Ägypten besuchen. Ob dies wirklich zustande kommt, muss sich weisen, denn erst vor Tagen wurde einer Gay Cruise die Bewilligung zum Anlegen im ägyptischen Alexandria kurzfristig verweigert - wohl aus moralischen Gründen.

Doch obwohl die Tourismusbehörde schreibt, dass alle in Saudi Arabien willkommen sind, mahnt Amnesty International zu äusserster Vorsicht. Schon wer öffentlich die Rechte queerer Menschen unterstützt, dem würden Gefängnisstrafen drohen, so die Menschenrechtsorganisation. Die entsprechenden Gesetze sind zudem sehr vage formuliert und sind oft mit Worten wie Sitte und Moral verknüpft. Damit ist man auch den Behörden ausgeliefert, da dies viel Spielraum für Interpretationen zulässt.

Die nächsten Fussball-Weltmeisterschaften finden 2030 in Marokko, Portugal und Spanien, und noch mit je einem Spiel in Argentinien, Paraguay und Uruguay, statt. Danach folgt die WM 2034 in Saudi Arabien.