TÜRKEI: Sie posteten Bilder von küssenden, queeren Paaren - angeklagt!
Die Türkei hat ihr Vorgehen gegen queere Menschen in den vergangenen Jahren massiv verschärft, und all dies unter dem Vorwand zum Schutz der traditionellen Familien. So werden schon sich küssende, gleichgeschlechtliche Paare als obszön betrachtet, was Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahre mit sich ziehen kann. Davon können auch Tourist:innen betroffen sein, wenn sie als gleichgeschlechtliches Paar ihre Ferien in der Türkei verbringen.
Nun haben die Behörden in der Hafenstadt Izmir zugeschlagen und insgesamt elf Mitglieder der queeren Jugendorganisation Genç LGBTI+ angeklagt. Sie sollen gegen jenen Verfassungsartikel verstossen haben, der die traditionellen Familienwerte schützt, da sie unter anderem Fotos von sich küssenden, gleichgeschlechtlichen Paaren auf Social Media-Plattformen gepostet haben. Dieser Inhalt wird von der Regierung als obszön und als Verletzung des Familienschutz eingestuft, denn damit sollen die traditionellen Familienwerte untergraben werden.
Der Prozess gegen die elf Angeklagten fällt in eine kritische Phase, denn die Organisation Genç LGBTI+, was soviel heisst wie Junge LGBTI+, ist auch generell in der Existenz bedroht. Im Dezember hat nämlich ein Gericht die Auflösung der Organisation angeordnet, da diese gegen die gleichen Verfassungsartikel verstosse. Genç LGBTI+ hat das Urteil aber nicht akzeptiert und ist in Berufung gegangen.