USA: Das Kennedy Center kommt nicht zur Ruhe
Ric Grenell ist schwul, doch als er die Leitung des Kennedy Centers damals als enger Verbündeter von Donald Trump übernahm, erklärte er zugleich, dass es nun vorbei sei mit „woken“ Veranstaltungen und Drag Queens auf der Bühne. Seither ist viel passiert: Er hat nicht nur das Programm komplett umgestellt und dabei sogar die offiziellen Veranstaltungen zur WorldPride im vergangenen Jahr ausgeladen, sondern, das Center wurde auf Geheiss des Präsidenten sogar kurzerhand in The Donald J. Trump and The John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts oder kurz in Trump-Kennedy Center umbenannt. Ob dieser Schritt überhaupt legal war, muss sich weisen.
Seither befindet sich das Center in grossen Turbulenzen: Schon seit sich Trump und Ric Grenell derart in den Kulturbetrieb eingemischt haben, hagelte es Absagen von Künstler:innen, welche sich zurückzogen und sich weigerten unter diesen Umständen auf die Bühne zu gehen. Dies nahm mit dem Namenswechsel nochmals zu. In gewohnter Trump-Manier drohte der Präsident allen mit riesigen Klagen, sollten sie ihre Auftritte weiterhin absagen. Anfangs Jahr hat sich zudem der neu eingesetzte Vize-Präsident des Kennedy Centers nach nur 12 Tagen auch wieder vom Posten verabschiedet.
Nun tritt also Ric Grenell als Leiter des Kulturzentrums zurück und er hinterlässt einen Scherbenhaufen. Wie Donald Trump verkündet hat, wird das Kennedy Center im Juli für zwei Jahre wegen Renovationsarbeiten schliessen. Angeblich sollen die Arbeiten dringend nötig sein, da die Bausubstanz marode ist. Die Vermutung liegt aber nahe, dass es auch andere Gründe geben dürfte: Die Ticketverkäufe sind massiv eingebrochen und die Auslastung entsprechend stark gesunken. Gut möglich, dass die Renovation nur ein vorgeschobener Grund ist und man damit finanzielle Verluste kaschieren will.
Ric Grenell suchte schon immer die Nähe zu Donald Trump und zur Macht, und so wurde er auch schon als US-Botschafter für Deutschland eingesetzt. Zudem war er auch Sondergesandter bei den Friedensverhandlungen zwischen Serbien und dem Kosovo, sowie kommissarischer Direktor der US-Nachrichtendienste. Öffentlich stellt er sich gerne als der "normal gay" hin und distanziert sich oft von der LGBTI+ Community, da ihm diese zu "woke" ist.