USA: Die neue LGBTI+ Helpline ist gestartet, doch es gibt ein Aber...
Dass Hilfsangebote explizit für queere Menschen gerade in den aktuellen Zeiten dringend notwenig sind, liegt auf der Hand. Die Regierung Trump sah dies im Juli des vergangenen Jahres aber erstmal anders und so stellte die Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA) den Betrieb der nationalenn LGBTI+ Helpline, welche 2022 unter Präsident Joe Biden eingeführt wurde, ein.
Als Begründung wurde damals erklärt, dass die finanziellen Mittel aufgebraucht worden seien. Eine Verlängerung des Engagements und das Sprechen von neuen Geldern wurde dabei aber allerdings nicht in Betracht gezogen. Alle Proteste von LGBTI+ Organisationen und auch aus der Politik nützten damals nichts. Erst der unermüdliche Einsatz von US-Senatorin Tammy Baldwin, die Gründerin des Congressional Equality Caucus, hat nun endlich gefruchtet.
Nun, etwas mehr als ein Jahr später, ging die LGBTI+ Helpline unter der genau gleichen Nummer wie bereits im Jahr 2022 wieder an den Start. Queere Menschen haben nun wieder die Möglichkeit, über die dreistellige Helpline "988" und der weiterführenden Option "3" direkt an Berater:innen zu gelangen, welche sich explizit um die Bedürfnisse der LGBTI+ Community kümmern.
Doch es gibt auch ein grosses Aber: Ausgerechnet die renommierteste Organisation in diesem Bereich, das Trevor Project, wurde nicht berücksichtigt. Während die Organisation die Helpline unter Joe Biden zu einem grossen Teil betreut hat, so sind deren Mitarbeitenden bei der aktuellen Helpline nicht mehr mit dabei - obwohl sie den grössten Erfahrungsschatz von allen Organisationen aufweisen.
Der Grund dürfte eine weitere Schikene der Regierung Trump sein: So heisst es von offizieller Stelle, dass nur Organisationen berücksichtigt wurden, welche bereits die bestehende Helpline betreuen. Da die Option "3" aber im vergangenen Jahr abgeschalten wurde, schied auch das Trevor Project aus, da sich dieses ausschliesslich auf queere Menschen fokussiert hat und nicht auf die generelle Suizidprävention. Aus diesem Grund wurde die Organisation nun auch nicht mehr mit an Bord geholt - trotz der enormen Expertise.
Der wahre Grund dürfte wohl aber auch bei der Haltung der Organisation liegen: Die Regierung Trump hat nämlich bestimmt, dass die neue LGBTI+ Helpline frei von "Ideologien" sein müsse, und dies gilt inbesondere bei trans Themen. Somit dürfte das Trevor Project wohl einmal mehr dem Kulturkampf zum Opfer gefallen sein.
Wie es von der Organisation selber heisst, sei man froh, dass das Angebot mit der dreistelligen Nummer nun zumindest wieder für queere Menschen erreichbar ist. Man werde den Dienst aber genau beobachten um sicherzustellen, dass die bestmögliche Beratung für die besonders gefährdeten Jugendlichen geboten wird. Das Trevor Project selber betreibt ebenfalls eine Helpline, doch diese hat leider eine längere Telefonnummer, welche somit nicht so einfach zu merken ist wie die "988".
Brauchst Du Hilfe und möchtest Du mit jemandem sprechen? Hier findest Du Hilfe:
Die Schweizer LGBT+ Helpline steht Dir unter der Nummer 0800 133 133 kostenlos zur Verfügung. Mehr Infos: lgbt-helpline.ch
Über die Webseite stophate.ch kannst Du zudem einfach online und in verschiedenen Sprachen Hate Crimes an die LGBTIQ Helpline, der offiziellen Meldestelle für queerfeindliche Hassverbrechen, melden.
Weitere Information erhältst Du auch unter:
Du-bist-du.ch: Beratung und Information
Milchjugend: Übersicht über queere Jugendgruppen
Transgender Network Switzerland: Dachorganisation für trans Menschen
LOS: Lesbenorganisation Schweiz
Pink Cross: Dachorganisation schwuler und bisexueller Männer