USA: Minneapolis hebt das Verbot von Schwulensaunen auf

USA: Minneapolis hebt das Verbot von Schwulensaunen auf
Während 40 Jahren galt das Verbot von Schwulensaunen und ähnlichen Einrichtungen für Erwachsene in der Grossstadt Minneapolis. Zur Pride hat der Bürgermeister nun eine Verordnung unterzeichnet, welche dieses Verbot aufhebt. Wie in anderen Städten in den USA, so etwa in San Francisco, hat die LGBTI+ Community während Jahren für die Aufhebung dieses Verbots gekämpft.

Es war im Jahr 1988, auf dem Höhepunkt der HIV/Aids-Krise, als Minneapolis neben zahlreichen anderen Städten ein Verbot von Schwulensaunen und ähnlichen Einrichtungen für Erwachsene einführte. Dass diese Verbote mit den heutigen Präventionsmassnahmen wie Kondomen und PrEP, schon lange nicht mehr zeitgemäss sind, ist offensichtlich, doch diese Verordnungen hielten sich trotzdem hartnäckig - bis jetzt.

Der Stadtrat von Minneapolis hat sich mit 9 zu 2 Stimmen für eine Aufhebung des Verbots ausgesprochen. Während der Twin Cities Pride Parade hat nun Bürgermeister Jacob Frey die entsprechende Verordnung unterzeichnet und damit die Zulassung von Schwulensaunen faktisch wieder bewilligt.

Während Jahren haben LGBTI+ Aktivist:innen für eine Aufhebung dieses Verbots gekämpft, doch erst jetzt konnten offenbar die nötigen Mehrheiten gefunden werden. Zu den Befürwortern für die Wiedereröffnung von Schwulensaunen gehörten unter anderem Stadtratspräsident Elliot Payne sowie die Stadtratsmitglieder Jason Chavez und Soren Stevenson. Ihrer Meinung nach soll man die gleichen Voraussetzungen wie in San Francisco schaffen, um solche Einrichtungen wieder eröffnen zu können.

Das Modell in San Francisco sieht vor, dass Schwulensaunen und ähnliche Einrichtungen ihren Gästen Kondome zur Verfügung stellen müssen, zudem wird eine entsprechende Beleuchtung in den Räunlichkeiten vorgeschrieben, es müssen Entsorgungsbehälter und Duschmöglichkeiten vorhanden sein und die Mitarbeitenden müssen entsprechend geschult werden.

Mit der Aufhebung des Verbots könne man queeren Menschen ein reguliertes, sicheres Umfeld bieten, denn solche Treffpunkte für Sex gebe es ohnehin, bislang einfach illegal oder in Form von Untergrundparties. Mit dem aktuellen Verbot habe man die Risiken nicht beseitigt, sondern man erschwere es nur, richtig Prävention und Aufklärung betreiben zu können. Zudem könne auch die Sicherheit der Gäste besser gewährleistet werden, denn in Untergrundlokalitäten bestehe die Gefahr für Gewalt und auch Übergriffe.

Wie in Minneapolis so haben unter anderem Seattle, Miami und Chicago bereits zuvor die sogenannten Bathhouses wieder legalisiert. Auch San Francisco hat sein Verbot aus den 1980ern schrittweise aufgehoben und lässt mittlerweile wieder Schwulensaunen zu.