USA: Queerfeindlichkeit kostet eine Stadt nochmals 350'000 US-Dollar
Sie wollten ihre Shows aufführen, doch plötzlich verweigerten die Behörden der Stadt St. George im US-Bundesstaat Utah den Southern Utah Drag Stars die Bewilligung für ihre Auftritte. Die Gruppe wollte dies nicht einfach so auf sich sitzen lassen und reichte mit der Unterstützung der American Civil Liberties Union of Utah (ACLU) 2023 eine Klage gegen die Stadtbehörden ein.
Mit der Weigerung, dem Drag-Kollektiv eine Bewilligung für ihre Drag Show in einem öffentlichen Park der Stadt zu erteilen, werde der Erste Verfassungszusatz der Gruppe verletzt, erklärten die Anwälte der Künstlerinnen damals. Dies stelle eine gravierende Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäusserung dar, sowie auf Gleichbehandlung und auf das Recht auf ein ordentliches Verfahren. Die Show konnte schliesslich am 30. Juni 2023, statt wie ursprünglich geplant im April, doch noch stattfinden, jedoch im Dixie Sunbowl.
Im 2025 konnte der Rechtsstreit aussergerichtlich in einem Vergleich beigelegt werden. Die Stadt musste sich öffentlich bei den Southern Utah Drag Stars entschuldigen und ihnen eine finanzielle Entschädigung auszahlen. Im Vergleich war zudem auch vorgesehen, dass die Stadt die Anwaltskosten der Künstlerinnen übernehmen muss, doch die Stadt behauptete später das Gegenteil. Aus diesem Grund kam es nun trotzdem zu einem Gerichtsprozess.
Das Bezirksgericht teilte nun das Urteil mit, und gab den Southern Utah Drag Stars erneut Recht. Der Rechtsstreit kommt die Stadt St. George somit noch teurer zu stehen. Neben der bereits bezahlten finanziellen Entschädigung müssen nun nochmals 350'000 US-Dollar an Anwaltskosten zusätzlich bezahlt werden.
Dieser Fall ist nur einer von unzähligen Gerichtsprozessen, welche die LGBTI+ Community und ihre Fürsprecher in den vergangenen Jahren gegen Behörden und die Regierung führen mussten, um ihre Rechte zu verteidigen. Neben trans und nonbinären Menschen, fanden sich auch Drag Queens in Mitten des von den Republikanern angezettelten Kulturkampfs wieder. Dabei ging es gerade bei Drag Queen Story Hours oftmals um das Alter der Zuschauer:innen. Diesbzüglich sind noch immer Klagen in verschiedensten Bundesstaaten offen.