CHINA: Nach Drohungen durch die Behörden wurde das LGBTI+ Filmfestival in Peking abgesagt
Während einer Woche hätten im Rahmen der Love Queer Film Week verschiedenste LGBTI+ und feministische Filme gezeigt werden sollen. Der Start war für den vergangenen Freitag vorgesehen, doch kurz zuvor meldeten sich die Veranstaltenden via ihren Social Media-Kanälen um die Absage des Filmfestivals bekanntzugeben.
Man bedaure diese Entscheidung und entschuldige sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten und für die Enttäuschungen, welche die Absage dieser Filmwoche bei jenen verursache, welche sich darauf gefreut haben, heisst es in der Mitteilung weiter.
Gründe für die Absage nennen die Veranstaltenden in ihrem Bericht nicht, doch nun wurde inoffiziell bekannt, dass es offenbar zu Schikanen und Bedrohungen durch die Behörden gekommen ist. So sei es immer wieder zu Anrufen gekommen um den Druck auf die Organisator:innen zu erhöhen. Aus diesem Grund sei eine Absage als einzige Option geblieben.
Nicht zuletzt seit Xi Jinping vor 14 Jahren das Amt übernommen hat, wurde die Zensur mächtig ausgebaut. Obwohl Homosexualität in China legal ist, werden nur traditionelle Familienwerte toleriert, sei es in den Medien oder sonst im Alltag. "Abnormale sexuelle Beziehungen" werden dabei unterdrückt, zensuriert und offen abgelehnt.
Die Love Queer Film Week ist bei weitem nicht das erste Festival, dessen Durchführung durch staatliche Repressionen verunmöglicht wurden. Auch andere LGBTI+ Events wie etwa die Shanghai Pride oder Filmvorführungen zum Pride Month im französischen Kulturzentrum in Peking können nicht mehr stattfinden, und somit ist queere Sichtbarkeit praktisch aus dem chinesischen Alltag und der Gesellschaft ausgelöscht worden.
Dem Beijing Independent Film Festival hat man 2014 gar den Strom abgestellt, nachdem die Drohkulisse nicht gewirkt hat und seither existiert es nicht mehr. Der Arm der chinesischen Regierung reicht dabei weit über die Grenzen Chinas hinaus. Sogar in New York wurde ein unabhängiges, chinesisches Filmfestival derart von der Regierung in Peking bedroht, so dass es schliesslich abgesagt werden musste.