SPORT: 35 Verhaftungen von LGBTI+ und bald beginnen die Youth Olympics in Senegal
Die Höchststrafen auf gleichgeschlechtliche Handlungen wurden in Senegal in diesem Jahr auf zehn Jahre verdoppelt und die Regierung hat zu einer wahren Verfolgung queerer Menschen angesetzt. Erneut wurden nun Mitte Oktober in Tambacounda im Osten des Landes 35 Menschen wegen Verdacht auf Homosexualität verhaftet.
Wie die Polizei mitteilt, handle es sich unter anderem um Mitarbeitende des Gesundheitswesen, um Geschäftsleute, aber auch um Lehrer, Studierende und ein Schneider. Von den 35 Personen seien zudem 13 als HIV-positiv getestet worden, wobei nur drei diesbezüglich auch in Behandlung sind und antiretrovirale Medikamente erhalten.
Wie die Polizei berichtet, sei man fasziniert von der Vielfalt an Berufen, und man versuche zu verstehen, welche Art von Netzwerk und Organisation sich dahinter verberge, wie dieses gewachsen ist und aufgebaut wurde. Diese Aussagen passen zur Haltung der Behörden, der Polizei und der Politik, welche bei queeren Menschen immer an Verschwörungen und kriminelle Netzwerke denken, welche widernatürlichen Aktivitäten nachgehen. Dabei werden auch die privaten Kontakte der Verhafteten durchsucht um mögliche weitere Involvierte zu finden und zu verhaften.
Weiter glauben die Behörden und die Politik auch, dass dieses harte Vorgehen der Polizei zu einer Verbesserung der öffentlichen Gesundheit führe. Verschiedenste Organisationen warnen jedoch vom Gegenteil: Durch die Stigmatisierung werden viele in den Untergrund gedrängt ohne sich gerade in Bezug auf HIV, Hilfe zu suchen, sich testen zu lassen und gegebenenfalls eine Therapie zu beginnen.
Menschenrechts- und LGBTI+ Organisationen nutzen nun die erhöhte Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit rund um die Youth Olympics um einmal mehr ein Ende der Verfolgung und der Kriminalisierung queerer Menschen zu fordern.
Rund 2‘700 junge Sportler:innen werden vom 31. Oktober bis zum 14. November bei den Youth Olympics, den Olympischen Jugendspiele in Senegal gegeneinander antreten. Dies ist die vierte Ausgabe dieses Anlass und gleichzeitig ist es der erste olympische Sportanlass der auf dem afrikanischen Kontinent stattfindet.
Verschiedenste Menschenrechts- und LGBTI+ Organisationen fordern die Regierung in Senegal dazu auf, den Schutz aller Menschen zu gewährleisten. So erneuert auch Human Rights Watch ihren Appell damit die Kriminalisierung und Verfolgung queerer Menschen unverzüglich eingestellt wird. Sie nehmen dabei auch Bezug auf die Olympische Charta, welche die Diskriminierung jeglicher Art verbietet und die veranstaltenden Länder auch dazu verpflichtet, dass die Menschenrechte und die Menschenwürde geachtet werden.
Senegal ist nicht das einzige Land in West- und Zentralafrika welches in jüngster Zeit seine Gesetze gegen queere Menschen verschärft hat. So haben auch Länder wie Niger und Mali härtere Strafen gegen LGBTI+ eingeführt.