WELTWEIT: Zum IDAHOBIT 2026, dem Internationalen Tag gegen LGBTI+ Feindlichkeit
Es war am 17. Mai 1990 als die Weltgesundheitsorganisation WHO Homosexualität offiziell von der Liste der Geisteskrankheiten gestrichen hat. Mittlerweile sind genau 36 Jahre vergangen, doch das Thema der LGBTI+ Feindlichkeit ist wohl wieder aktueller denn je. Hassverbrechen nehmen vielerorts zu, oder stagnieren auf hohem Niveau, wie in der Schweiz.
Dass es etwa auf den Meta-Plattformen wie Facebook oder Instagram seit der Wahl von Donald Trump nun wieder offiziell zulässig ist, queere Menschen als krank zu bezeichnen - abgesegnet durch Mark Zuckerberg höchstpersönlich - ist nur ein Beispiel dafür, wie Queerfeindlichkeit den Alltag der Community trifft. Gerade in den Sozialen Medien hat sich die Situation im vergangenen Jahr zusätzlich verschärft: So zeigt der jüngste Social Media Safety Index von GLAAD, dass sich alle Plattformen, ausgenommen von TikTok, verschlechtert haben.
Laut dem eben veröffentlichten Hate Crime Bericht 2026 der Schweiz, hat die LGBTIQ Helpline als offizielle Meldestelle für Queerfeindlichkeiten im vergangenen Jahr 281 Fälle von Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung, der Geschlechtsidentität oder des Geschlechtsausdruck registiert. Damit verharren die Meldungen auf hohem Niveau. Dies sind zudem nur die gemeldeten Fälle, denn die Dunkelziffer dürfte enorm hoch sein, wie auch die Iceberg Studie aus Genf aufzeigt.
Nicht zuletzt daher, weil 80 Prozent aller queeren Menschen in der Schweiz schon selber direkt von Queerfeindlichkeiten betroffen waren, hat der Bundesrat anfangs Jahr einen nationalen Aktionsplan 2026 - 2030 vorgestellt. Dieser sieht 12 verschiedene Massnahmen vor, um LGBTI+ besser vor Hass und Gewaltverbrechen zu schützen. Dies ist ein wichtiger Meilenstein für die Community, aber sollte erst der Anfang sein. Wichtig ist nun nämlich, wie die vorgestellten Massnahmen auch tatsächlich umgesetzt und nicht zuletzt auch finanziert werden.
Gerade wenn es um LGBTI+ Feindlichkeiten geht, ist es wichtig, Fakten zu schaffen. Dies gelingt nur, wenn Hassverbrechen auch entsprechend gemeldet und registriert werden und damit in den Statistiken erscheinen. Diesbezüglich bleibt auch die Community selber aktiv: Über die neue, einfach zu merkende Plattform www.stophate.ch können queere Menschen feindliche Vorfälle niederschwellig direkt online über ein Formular der LGBTI+ Helpline melden, damit sie dort statistisch erfasst werden können.
Solche Meldungen machen die Gewalt sichtbar und entsprechend kann auch das Hilfsangebot und die Unterstützung besser auf die Betroffenen ausgerichtet werden. Aus diesem Grund rufen die LGBTI+ Dachverbände die Community dazu auf, die Hassverbrechen konsequent zu melden - dies gilt sowohl für erlebte, wie auch für beobachtete Hate Crimes.
Brauchst Du Hilfe und möchtest Du mit jemandem sprechen? Hier findest Du Hilfe:
Die Schweizer LGBT+ Helpline steht Dir unter der Nummer 0800 133 133 kostenlos zur Verfügung. Mehr Infos: lgbt-helpline.ch
Über die Webseite stophate.ch kannst Du zudem einfach online und in verschiedenen Sprachen Hate Crimes an die LGBTIQ Helpline, der offiziellen Meldestelle für queerfeindliche Hassverbrechen, melden.
Weitere Information erhältst Du auch unter:
Du-bist-du.ch: Beratung und Information
Milchjugend: Übersicht über queere Jugendgruppen
Transgender Network Switzerland: Dachorganisation für trans Menschen
LOS: Lesbenorganisation Schweiz
Pink Cross: Dachorganisation schwuler und bisexueller Männer